Papierdorf

Sie brauchen:
Karton, evtl. Tonpapier
Bleistift
Lineal
Schere
Farben
Klebstoff
dünne Sperrholz- oder Pressspanplatte (Untergrund)
sebsthärtende Modelliermasse
Zweige
verschieden starke Pinsel
Zeichenfeder und Tusche

1. Ein Haus, ein Dorf, eine Stadt...?
Wenn Sie die Grundtechnik für den Bau eines Papierhauses beherrschen, fällt es Ihnen auch nicht mehr schwer, ein ganzes Dorf oder eine Stadt zu basteln. Die Häuser dürfen beliebig groß sein. Sie können Details hinzufügen, verschiedene Hausteile miteinander verbinden, bevor Sie die Dächer darüber kleben. Das Aussehen der Häuser variieren Sie, indem Sie sie verschieden bemalen oder äußere Details wie Gärten, Zäune, Höfe etc. verschiedenartig gestalten. Unser Foto zeigt ein altes Dorf mit typischen Fachwerk-, Strohdach- und Steinhäuschen. Natürlich können Sie gleich Ihren Heimatort nachbauen oder das Dorf, in dem Sie Ihren letzten Urlaub verbrachten. Auch typische Märchendörfer mit kleinen Figuren können mit ein wenig Geduld in Papier lebendig werden.

2. Die Grundtechnik
In unserem Dorf sind drei einfache Häuser nach der in Abb. 1 gezeigten Technik zusammengebaut worden. Dann gibt es noch ein langes Haus, das doppelt so groß wie die drei anderen Häuser ist, und ein Fachwerkhaus, das aus 2 Teilen besteht, die im rechten Winkel zusammengeklebt wurden. Um ein einfaches Haus zu basteln, brauchen Sie nur Abb. 1 auf einen Karton zu zeichnen. Der Karton sollte dünn sein, damit er sich gut falten lässt (auch Tonpapier ist geeignet).

Schneiden Sie die bezeichneten Stellen ein und falten Sie den Karton entlang den gestrichelten Linien (Abb. 2). Sie können die Form der Häuser und der Dächer so weit verändern, bis die Seiten aneinander stoßen. Soll die Dachneigung noch weiter vergrößert werden, müssen die Teile 1 - 4, wie in Abb. 3 gezeigt, zugeschnitten werden. Dann können Sie die Hauswände zusammensetzen und kleben. Stellen Sie das fertige Haus seitlich auf ein zweites Stück dünnes Papier und umfahren Sie es mit einem Bleistift (siehe Abb. 4). Schneiden Sie diese Form 2mal aus und kleben Sie sie vorn und hinten an die schmale Hauswand. Dadurch wird sie verstärkt, und außerdem werden die geklebten Teile verdeckt (Abb. 4). Messen Sie ein überstehendes Dach aus, das an allen Seiten über das andere Dach leicht hinausragt (Abb. 5). Schneiden Sie es aus und kleben Sie es fest. Damit ist die Grundkonstruktion fertig, und das Haus kann bemalt werden. Nun können Sie noch Fenster, Kamine und Türen aus dünner Pappe aufkleben. Dafür sind auch dünne Holzstückchen geeignet; Abb. 6 zeigt Ihnen einige Beispiele. Für Häuseranbauten, wie z.B. in Abb. 7, wo die Gebäude aus verschiedenen Einzelhäusern zusammengesetzt werden, ist die Herstellung des sogenannten Überdaches etwas schwierig. Die Maße müssen genau stimmen. In Abb. 8 können Sie sehen, wie dies für das Fachwerkhaus (2 gleich große Häuser) berechnet wurde. Wenn Sie nach Ihren Vorstellungen ein zusammengesetztes Haus basteln, verfahren Sie bei dem Dach genauso, wie wir es für das Fachwerkhaus beschrieben haben (siehe Abb. 8).

3. So bemalt man die Häuser
Schauen Sie das Haus, das Sie nachbauen wollen, noch einmal genau an. Studieren Sie seine Architektur und die Details. Dann zeichnen Sie zuerst eine Skizze, damit Sie etwas Übung bekommen. Grundieren Sie zuerst das Haus in einer Farbe und malen Sie anschließend mit einem feinen Pinsel alle Einzelheiten auf. Bei besonders kleinen Modellhäusern nimmt man dazu eine Zeichenfeder und Tusche.

4. Fertigstellung der Häuser
Das Haus mit dem Strohdach hat weiße Hauswände. Wir haben an die Hauswand einen Rosenstrauch gemalt und ein zweites, gekerbtes Dach aufgesetzt. Das Dach wurde zuerst gelb-grau angemalt, dann haben wir dunkle Schattierungen angebracht, damit das Dach plastischer wirkt. Bei dem braunen Haus haben wir an einigen Stellen Steine eingezeichnet. Besonders an den Ecken kommen die Steine gut zur Geltung. An dem Fachwerkhaus zeichneten wir absichtlich etwas krumme Fachwerkbalken. In den Fenstern wurde der dunkelbraune Untergrund mit weißen Linien aufgelockert, damit ein Gittereffekt entsteht. Am rostbraunen Haus ist eine Ziegelsteinstruktur aufgezeichnet, und das lange weiße Haus im Hintergrund hat Türen und Fenster aus Naturholz, die in der entsprechenden Farbe und mit Schwarz aufgemalt wurden. Noch ein kleiner Tipp für die Fenster: Malen Sie das Fensterglas in einer dunklen Farbe, damit es etwas in den Hintergrund tritt, und zeichnen Sie helle Fensterrahmen, um die noch eine zweite dunklere Linie gezogen wird (evtl. mit Tusche).

5. Die Gestaltung der Anlage
Als Unterlage für Ihr Dorf oder Ihre Stadt nehmen Sie eine Sperrholz- oder Pressspanplatte. Zeichnen Sie grob die Straßen und Wege und die Stellen für die Gebäude ein. Planen Sie kleine Hügel, Teiche, Hecken und Gärten. Dann formen Sie die Landschaft aus Modelliermasse. Bevor das Material trocknet, drücken Sie einige Zweige als Bäume in die noch weiche Modelliermasse. Aus demselben Material formen Sie kleine runde Blätter, die Sie an den Zweigen anbringen. Wenn alles getrocknet ist, malen Sie die Landschaft in den entsprechenden Farben an und kleben die Häuser an die vorgesehenen Stellen.