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Frühling

Sie brauchen:
Scherenschnittpapier
Scherenschnittschere
Pauspapier
weißen Karton als Untergrund
Tonpapier (Passepartout)
Kleister
weiches Tuch
Wechselrahmen

Scherenschnitte als Wandschmuck - eine alte, etwas in Vergessenheit geratene Kunst - sind wieder aktuell geworden. Auch als Briefkopf, als Tischkärtchen, Glückwunschkarten oder Kalender wirken sie sehr dekorativ und sind immer hübsche Geschenke mit einer persönlichen Note.

Die besondere Schönheit des Scherenschnitts beruht auf dem guten Zusammenspiel von Form und Kontrast. Es ist also wichtig, klare und einfache Umrisslinien zu schneiden, die zu einer deutlichen Verteilung des Hell-Dunkel-Kontrastes führen. Der dunkle Schnitt muss ausgewogen auf dem hellen Untergrund sitzen. Es können aber auch Scherenschnitte aus hellem Papier gefertigt werden, die auf dunklen Untergrund geklebt, sehr wirkungsvoll sein können. Die Farbe des Schnittpapiers hängt immer davon ab, ob der Aufklebegrund hell oder dunkel ist. Der „klassische" Scherenschnitt allerdings ist: Schwarz auf Weiß.

1. Das Wesentliche des Scherenschnitts
Wie schon erwähnt, bedarf es eines guten Zusammenspiels von Form und Kontrast. Man sollte immer versuchen, für jede Darstellung typische, klare Umrissformen zu finden, welche meistens in der Vorder- und Seitenansicht zu suchen sind. Möchten wir z.B. einen Baum ausschneiden, ist der Wuchs des Baumes, die Aufteilung der Äste und die Anordnung von Blüten, Blättern zu studieren. Bringen Sie aber nicht zu viele sich überschneidende Einzelheiten, wie etwa ein unübersichtliches Gewirr von Ästen auf das Papier, sondern arbeiten Sie eine klare Ordnung heraus. Ein Gesicht z.B. wird immer im Profil geschnitten, wobei ebenfalls auf Details verzichtet wird. Räumliche Darstellungen oder auch Schrägansichten widersprechen der Natur des Scherenschnittes. Es gilt immer: einfache und klare Formen setzen.

2. Schneidetechnik
Normalerweise wird für den klassischen Scherenschnitt das schwarze Scherenschnittpapier verwendet. Ersatzweise kann man auch Buntpapier nehmen. Am besten eignet sich ungummiertes Papier, da auf der Rückseite gut vorgezeichnet oder aufgepaust werden kann. Gummierte Papiere lassen sich zwar leichter kleben, doch kann auf die glatte Schicht nicht aufgepaust, sondern nur mit Bleistift direkt darauf gezeichnet werden. Wollen Sie unseren Scherenschnitt nachschneiden und haben vielleicht nur gummiertes Papier zur Hand, können Sie sich folgender maßen behelfen:

Pausen Sie das Motiv auf Pauspapier und kleben Sie dieses mit Klebestreifen am Schnittpapier, das Sie rundherum größer schneiden, fest. Schneiden Sie nun durch alle drei (bei Faltschnitt) oder zwei Papierschichten. Dann heben Sie das Pauspapier ab und schneiden das Schnittpapier, dort, wo es flächig stehen bleibt (z.B. Boden), auf die richtige Breite zu. Am besten lässt sich mit einer Scherenschnittschere schneiden. Verwenden Sie evtl. auch Schneidefedern für große gerade Formen. Durch die langen Griffschenkel der Scherenschnittschere lassen sich Schnitte in Mittelpartien gut ausführen, ohne dass feine Formen durch die arbeitende Hand beschädigt werden, wie es bei der Verwendung von Scheren mit kurzen Griffschenkeln meist geschieht. Beim Schneiden liegt die Schere ruhig in der Hand, es werden nur die Griffschenkel bewegt, die Schere wird nicht gedreht. Gedreht wird nur das Papier, und zwar mit der linken Hand, wodurch der Schnitt gelenkt wird.

Gerade größere Formen können mit der Schneidefeder geschnitten werden. Es muss dazu ein Stück Pappe als Schneideunterlage verwendet werden. Bei der Verwendung einer Schneidefeder ist sehr darauf zu achten, dass das Papier nicht einreißt.

Wenn Sie unser Muster nacharbeiten, verwenden Sie dazu am besten nur die Scherenschnittschere.

3. Faltschnitt
Das Papier wird hierzu einmal in der Mitte abgefalzt und so die Form gleich doppelt ausgeschnitten. Beim Auseinanderfalten haben Sie dann zwei symmetrische Formen.

Arbeiten Sie den gezeigten Scherenschnitt nach, ist der Baum und die Wiese mit der gestrichelten Linie (siehe Abb.) an den Falz des abgefalteten Papiers zu legen. Sie schneiden den Baum also einmal aus, haben aber nach dem Auseinanderklappen zwei gegengleiche Bäume mit Wiese. Die Figur in der Mitte schneiden Sie gesondert im Einfachschnitt - und kleben sie später in der richtigen Stellung fest.

Sie können unseren Schnitt etwas variieren, indem Sie die Wiese zur Mitte hin verlängern, und so mehr Platz zwischen den Bäumen schaffen. Sie können auch das Vögelchen auf dem Finger des Kindes weglassen und die Figur im Faltschnitt ausschneiden. Bringen Sie dabei die Hand an die Faltlinie des Papiers. Sie erhalten so zwei Kinder, die miteinander tanzen, und die Sie dann zwischen die Bäume kleben können.

Werden bei einem Scherenschnitt mehrere Formen ausgeschnitten und nebeneinandergestellt, so sollen sich die Teile nicht überdecken und überschneiden. Eine kulissenhafte Abstufung in Vorder- und Hintergrund ist beim einfarbigen Scherenschnitt nicht möglich. Bei Schnitten deren Formen aus verschiedenfarbigen Papieren geschnitten werden, kann eine leicht kulissenhafte Wirkung durch Übereinander kleben der Farben und Formen erreicht werden.

4. Aufkleben des Scherenschnitts
Verwenden Sie zum Aufkleben des Scherenschnitts am besten Kleister, da dieser spurlos antrocknet. Bestreichen Sie zuerst immer die größte Fläche einer Form (z.B. den Baumstamm) und kleben Sie diese fest. Es ist dann leichter, die kleineren Teile des Schnitts nacheinander festzukleben. Freistehende Formen (z.B. Äste) können leicht zurückgebogen und auf einem unterlegten Stück festem Papier oder Karton mit Kleister eingestrichen werden.

Tragen Sie nie zuviel Kleister auf, da er sonst hervorquillt. Drücken Sie den Schnitt mit einem sauberen und weichen Tuch an. Sie nehmen so gleichzeitig evtl. hervorquellenden Kleister auf. Schneiden Sie zum Schluss das Kontrastpapier auf die Größe des Wechselrahmens zu und bringen Sie Ihren Schnitt hinter Glas.