Scherenschnitte

Sie brauchen:
weißen Karton
schwarzes Scherenschnittpapier
1 Schere mit langen Griffschenkeln für Scherenschnitte
Schneidefeder und Halter
Klebstoff (am besten Kleister)


Die Kunst des Scherenschnittes entstand Anfang des 19. Jahrhunderts. Scherenschnittprofile waren besonders in Frankreich und Deutschland beliebt. Noch heute trifft man viele Scherenschnittkünstler, meist auf Volksfesten und Jahrmärkten. Es gibt auch Scherenschnittateliers, in denen man ein Scherenschnittprofil für teures Geld anfertigen lassen kann.

1. Das Wesen des Scherenschnitts
Die Schönheit eines Scherenschnitts beruht auf dem gelungenen Zusammenspiel von Form und Schwarzweiß-Kontrast. Die Bildumrisse sollen deshalb eindeutig sein und die Verteilung der hellen und dunklen Bildelemente ausgewogen. Das Wesen des Scherenschnitts Ist die Ausbreitung in der Fläche. Körperhafte, räumliche Darstellung und Schrägansichten widersprechen der Natur des Scherenschnitts. Alle Formen des Scherenschnitts müssen nebeneinander stehen, sie dürfen sich nicht überdecken und überschneiden. Die Aufteilung in Vorder-, Mittel- und Hintergrund ist beim Scherenschnitt nicht möglich.

2. Ausführung eines Scherenschnitts
Am besten beginnt man mit einem einfachen Faltschnitt, bei dem das Papier einmal in der Mitte gefaltet wird. Die Form wird so doppelt ausgeschnitten und ergibt beim auseinander klappen ein symmetrisches Ganzes. Wählen Sie für den Anfang einfache, klare Formen. Ein Anfänger sollte das auszuschneidende Motiv vorzeichnen. Bei mehr Übung kann ein Vorzeichnen evtl. wegfallen oder sich nur auf das Wesentliche beschränken. Die Details können dann frei ausgeschnitten werden. Die Schere macht beim Schneiden nur die Auf- und Abbewegungen, ändert aber nicht die Richtung. Um den Schnitt zu lenken, wird das Papier mit der anderen Hand gedreht. Schneiden Sie zunächst die groben Konturen aus und beginnen Sie dann mit den Feinheiten und den Linien im Inneren des Motivs. Hierzu können Sie auch sehr gut eine Schneidefeder zu Hilfe nehmen, mit der Sie auf einer Pappunterlage arbeiten.

3. Die Motive auf dem Foto
Die Blätter und der Schmetterling auf unserem Foto wurden in der Technik des einfachen Faltschnitts ausgeführt. Falten Sie das Papier einmal (schöne Seite nach innen) und zeichnen Sie entlang der Falzkante den halben Bildentwurf auf. Vielleicht hilft es Ihnen, das gefaltete Papier an den Ecken leicht aufeinander zu kleben. Für die Blumenmotive wird ein Stück Papier von 3 cm2 zweimal zusammengefaltet, so dass 4 kleine Quadrate übereinanderliegen. Zeichnen Sie ein Viertel des Entwurfs auf und schneiden Sie aus.

Wenn Sie die ausgeschnittenen Motive auf dem weißen Karton aufkleben, beginnen Sie mit den großen Flächen. Danach werden die Zweige und Stiele ausgeschnitten und entsprechend auf der Unterlage angeordnet. Nun werden Blüten und Blätter arrangiert und erst dann wird geklebt. Nehmen Sie dafür am besten Kleister, da er spurlos trocknet und es noch für einige Zeit möglich ist, die Motive anders anzuordnen. Zum Auftragen nehmen Sie am besten einen Pinsel (mit Wasser reinigen). Den aufgeklebten Schnitt drücken Sie mit einem weichen Tuch auf den Karton und nehmen dabei überschüssigen Kleister auf.