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Sehr aktuell sind heute wieder die marmorierten Papiere als Überzugs- und Schmuckpapier. Die Technik ist nicht schwierig. Sie brauchen in erster Linie ein wenig Experimentierfreude. Wir können Ihnen hier zwar die Anleitung mit einigen Tipps und Tricks verraten, doch um gute Ergebnisse zu erzielen, müssen Sie ganz einfach selbst die nötige Erfahrung sammeln.
Man kann diese Technik im weitesten Sinn auch zu den Drucktechniken rechnen, wenn man den Kleister als eine Art Druckform ansieht, von der man die Farbe abnimmt. Der Vorteil ist, dass man hier keinen fertigen, einmaligen Druckstock hat, sondern diesen immer wieder durch neuen Farbauftrag und neue Musterung verändern kann.
1. Vorbereitung Rühren Sie zunächst Tapetenkleister nach Gebrauchsanweisung an. Die Kleistermasse soll ziemlich zähflüssig sein. Geben Sie auf ca. 1 Liter Wasser etwa 2 bis 3 Esslöffel Kleister. Rühren Sie die Masse glatt und lassen Sie sie einige Zeit abstehen. Der Kleister wird dann meistens noch etwas dicker. Geben Sie darum evtl. noch ein wenig Wasser zu.
Zum Einfüllen des Kleisters benötigen Sie ein flaches Gefäß, das der Größe des zu färbenden Papiers entspricht Eine Alufolienform ist gut geeignet. Vielleicht haben Sie aber auch ein altes Blechtablett oder eine alte Platte. Notfalls behelfen Sie sich mit einem Schachteldeckel oder einer flachen Schachtel, die Sie mit Alufolie auslegen. Die Folie sollte möglichst an einem Stück sein, damit der Kleister nicht durch Lücken austreten kann. Füllen Sie nun den zähflüssigen Kleister in das bereitgestellte Gefäß.
Zum Mischen der Farben eignen sich Verschlusskappen, die Sie hinterher wegwerfen können. Die Künstler-Ölfarben müssen vor dem Auftragen auf den Kleister mit Terpentin verdünnt werden, und zwar so, dass sie gut flüssig sind. Nicht zuviel Terpentin zugeben, da sonst die Farbe zu stark ausläuft.
2. Auftragen der Farbe Die Farbe können Sie mit einem Pinsel auftragen oder mit einem Strohhalm, mit dem Sie die Farbe ansaugen. Sie können die Farbe in Linien, in wohlgeordneten Tupfern oder kunterbunt auftragen. Sie sollten sich nicht unbedingt bemühen, völlige Gleichmäßigkeit zu erzielen. Eine gewisse Unregelmäßigkeit gibt oft größeren Reiz. Legen Sie sich zum "Verzieren" der Farben Gabel und Schaschlikstäbchen bereit.
3. Marmorieren Ziehen Sie mit Hilfe einer Gabel oder eines Schaschlikstäbchens die Farblinien oder Farbtupfer auseinander. "Kämmen" Sie mit der Gabel die Farbschicht vorsichtig durch. Entweder immer rauf in eine Richtung oder in der Gegenrichtung wieder zurück. Sie können nun beobachten, wie die Farben ineinander laufen und ineinander übergreifen. Es entstehen auch Mischtöne. Bedenken Sie dies bei der Auswahl der Farben, damit Sie schöne Mischeffekte erzielen. Je mehr Sie mit der Gabel oder dem Stäbchen die Farben in Bewegung bringen, um so verwobener und feiner wird die Marmorierung. Denken Sie daran, dass überall dort, wo keine Farbe aufgetragen ist, der Farbton Ihres Papiers zur Geltung kommt. Besonders wirkungsvolle Effekte können Sie auch durch Blasen erhalten. Blasen Sie von der Seite her gegen die Kleistermasse und beobachten Sie, wie die Farben verschwimmen und sich ausbreiten. Blasen Sie von allen Seiten und „steuern" Sie die Farben dahin, wo Sie sie haben wollen. Haben Sie auf der Oberfläche der Kleistermasse dann ein Muster erzielt, das Ihnen gefällt und das Sie auf Papier abdrucken wollen, legen Sie das Papier auf. Nehmen Sie dazu an den Schmalseiten des Papiers die Ecken zusammen und legen Sie die so entstehende Wölbung in die Mitte der Kleistermasse. Lassen Sie die Ecken vorsichtig los, damit sich der Rest des Papiers auf die Kleistermasse legt. So verhindern Sie Luftblasen, die hinterher im Abdruck als weiße Flecken erscheinen. Sie können sogar mit den Fingerspitzen leicht über das Papier streichen (von innen nach außen). Das Papier nimmt nun die Farbe auf. Die Farbe dringt sogar bis auf die trockene Oberfläche des Papiers. Wenn Sie das bemerken, ist es Zeit, das Papier abzuheben. Nehmen Sie zwei Ecken und ziehen Sie es nach oben ab.
Der Papierbogen wird dann unter fließendem Wasser sofort abgespült. Auf diese Weise waschen Sie alle Kleisterreste weg; die Farben bleiben am Papier haften. Legen Sie das Papier auf Zeitungen zum Trocknen aus. Völlig trockenes Papier können Sie auf der Rückseite bügeln.
Wollen Sie einen weiteren Papierbogen bedrucken, so nehmen Sie entweder die Farbe vom letzten Druck ab oder Sie beziehen die restlichen Farbtupfer mit in den nächsten Druck ein.
4. Fehlerquellen Ihre Kleistermasse ist zu dünn, wenn die Farben nach dem Auseinanderziehen zu schnell wieder zusammenlaufen und sie keine Muster bilden können. Eine zu dünne Kleistermasse kann auch der Grund dafür sein, dass angetrocknete Farben in den Kleister sinken. Verdicken Sie also den Kleister und verdünnen Sie die Farben noch mehr. Sie sollen gut fließen.
Laufen die Farben zu sehr aus, sind sie zu stark verdünnt. Die Farbe fließt schon aus, wenn sie kaum aufgetragen ist. Es entsteht ein großer verschwommener Farbfleck, mit dem keine Farbwirkung mehr zu erzielen ist. Geben Sie der verdünnten Farbe einfach noch Farbe aus der Tube zu. Wenn der Farbton Ihres Papiers nicht mehr zur Wirkung kommt, haben Sie zu viele Farben auf der Kleistermasse aufgetragen. Die Farben liegen wie ein dichter Teppich nach dem Ausziehen auf der Kleistermasse. Wollen Sie den Farbton des Papiers stärker wirken lassen, tragen Sie die Farben sparsam auf.
Unsaubere Farben erhalten Sie, wenn Sie zu stark in den Farben herumrühren und wenn Sie zudem Farben wählen, die schmutzige Mischtöne ergeben (z.B. Rot und Grün). Gehen Sie bei solcher Farbwahl beim Auseinanderziehen gezielt vor, beobachten Sie die Farben, damit sie klar bleiben. Wenn Sie sich an die Arbeit begeben, werden Sie selbst bald merken, womit Sie besondere Effekte erzielen können. Bewahren Sie die schönsten Papiere auf. Sie können sie zum Beziehen verschiedener Gegenstände verwenden.
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