Anleitung zum Origami-Falten

Die Kunst des Papierfaltens, Origami genannt, kommt aus dem Fernen Osten. Sie ist in der ostasiatischen Mentalität begründet und entsprang wohl einer seltsamen Mischung von Geschicklichkeit, Anmut, Genialität und Liebe zur Schönheit. So entdeckten die Japaner, dass Gegenstände für das Haus, aber auch Dekorationen für religiöse Feiern durch Falten von Papier billig herzustellen sind. Die verschiedenen Falttechniken wurden von Familie zu Familie vererbt und sind heute auf der ganzen Welt verbreitet.

Einfache Origami-Gegenstände können aus einem einzigen Blatt Papier - meist quadratisch - hergestellt werden, schwierigere Gegenstände aus mehreren Papierblättern.

Die Regeln für die Kunst des Origami sind ganz einfach.
Regel Nr. 1: Verwenden Sie nur Papier mit geraden Kanten und rechtwinkligen Ecken.
Regel Nr. 2: Nehmen Sie nur Papier von hervorragender Qualität; schlechtes Papier reißt bei häufigem Falten meistens ein.
Regel Nr. 3: Halten Sie sich immer genau an die Anleitung und überprüfen Sie vor jeder neuen Faltung immer erst, ob die vorangegangene mit den Angaben übereinstimmt. Einmal falsch falten ist genauso schlimm wie mehrfaches falsches Falten.
Regel Nr. 4: Falten Sie sauber mit dem Fingernagel vor, damit Sie das Papier später leicht einknicken können.

1. Papiersorte
Speziell für Origami geeignete Papierblätter gibt es in kleinen Formaten zu kaufen. Diese Größen lassen sich aber zuletzt nur noch schwer falten, und man muss schon viel Übung haben. Für Anfänger empfehlen wir hochwertiges (holzfreies) Zeichenpapier in der Größe 25 x 25 cm. Gutes Schreibmaschinenpapier eignet sich auch.

2. So erhält man ein Quadrat
Da Sie vielleicht nicht immer quadratisches Faltpapier kaufen können, ist es wichtig zu wissen, wie man aus einem Rechteck ein sauberes Quadrat erhält. Falten Sie zuerst das Papier, wie auf unserem Diagramm gezeigt, dabei muß die Linie A1B auf die Linie BC zu liegen kommen. Beide Linien müssen ganz genau aufeinanderliegen. Nun falten Sie das Papier in der Linie BE ab. Ziehen Sie mit einem Bleistift eine dünne Linie von E nach A2. Öffnen Sie das Papier wieder und schneiden Sie das entstandene Quadrat entlang der Linie EA2 sorgfältig aus.

3. Arbeitsanleitung
Bevor Sie ein Blatt falten, lesen Sie die Anweisung für den nächsten Faltvorgang genau durch. Obwohl ein falsch gefaltetes Papier wieder umgefaltet werden kann, sieht der einmal gefaltete Falz nie mehr ganz sauber aus und kann bei den weiteren Faltvorgängen irritieren.

Wenn Sie einige Origamifiguren gefaltet haben, werden Sie feststellen, dass die Technik nicht so schwierig ist, wie es vielleicht zunächst scheint. Fertigen Sie einige Figuren (Kästchen, Servietten, etc.) zwei- oder dreimal an. Bei Ihrem ersten Versuch empfiehlt es sich, die Buchstaben, die wir auf unserem Diagramm aufgeführt haben, ebenfalls einzuzeichnen. Markieren Sie die Stellen dazu nur leicht mit Bleistift, damit sie auf der fertigen Figur wieder ausradiert werden können. Markieren Sie diese Buchstaben auch auf der Rückseite des Blattes. Dabei muss hinter A wieder A liegen, hinter B ebenfalls B usw. Gehen Sie nach den Diagrammen vor, pausen Sie die Buchstaben aber nicht ab, das könnte dazu führen, dass Sie seitenverkehrt kopieren.

4. Das Falten
Beachten Sie, dass die entsprechenden Kanten genau übereinanderliegen, bevor Sie falten. Normalerweise wird nach oben gefaltet, falls es nicht ausdrücklich anders erwähnt wird.

5. Vorübung
Seien Sie nicht entmutigt, wenn die ersten Versuche misslingen. Lesen Sie die Anleitung noch einmal durch und beginnen Sie mit einem neuen Blatt von vorn. Beim zweiten Anlauf klappt es meistens. Origamikurse können Sie heute auch in Volkshochschulen belegen. In der Freizeit daheim, ist es ein Hobby für jung und alt, ein gutes Geschicklichkeitstraining und nicht zuletzt auch ein Mittel der Beschäftigungstherapie in Heimen und Kliniken.