Puppen aus Maisblatt

Sie brauchen:
getrocknete Maisblätter und Kolbenfäden
Naturbast
naturfarbenes und rotes Stickgarn
Modellierton, der nicht hart wird in weiß und grau
Pfeifenreiniger
Baumwollfaden
Wolle- und Strohreste für die Extras
schwarzen Filzstift
Kleber, um Stoff zu kleben
1 kleinen Zweig
Faden
Pappkarton

Aus getrockneten Maisblättern und den seidigen Kolbenfäden kann man hübsche Püppchen herstellen. Die Idee zu diesen Püppchen kommt aus der Tschechoslowakei. Meistens stellen die Figuren Bauersfrauen und Kinder dar.

1. Bäuerinnen
Nehmen Sie Blätter von Maiskolben und trocknen Sie diese, bis sich das Material steif wie Papier anfühlt. Bereits präparierte Maisblätter gibt es aber auch in Bastelgeschäften. Schlagen Sie während des Basteins die Maisblätter in ein feuchtes Tuch ein. Für die Frauen schneidet man jeweils ein Blattstück von 25 x 10 cm mit der Faser in Längsrichtung. Das gibt den Körper. Glätten Sie das Blatt möglichst gut. Dann wird es in der Mitte mit den Fingerspitzen leicht zusammengedrückt und mit Baumwollfaden abgebunden (siehe Abb. 1). Falten Sie das

Blatt über diesem Faden zusammen. Aus Modellierton formen Sie eine Kugel in der Größe einer Murmel und schieben sie zwischen den Blatthälften dicht an die abgebundene Stelle.

Unterhalb der Kugel mit Faden abbinden und auf einer Kugelhälfte das Maisblatt glatt ziehen, diese Seite ist für das Gesicht (siehe Abb. 2). Schneiden Sie für die Arme ein Blattstück von 10 x 15 cm. Von einem Pfeifenreiniger schneiden Sie ca. 9 cm ab, legen ihn entlang einer Längsseite des Blattes und rollen das Blatt damit auf. Binden Sie ca. 1 cm von jedem Armende mit Baumwollfaden ab. Das gibt die Hände. Den Faden sorgfältig verknoten. Abschneiden und etwas Bast darüber wickeln. Für die Puffärmel bindet man wieder mit Faden ca. 1,25 cm oberhalb des Handgelenks ab. Dann werden die Arme durch den Oberkörper gezogen, genau unterhalb des Halses. Die Blatthälften vom Körper unter den durchgezogenen Armen wieder abbinden (siehe Abb. 3). Schneiden Sie für den Rock 15 x 20 cm Maisblatt. Das Blatt in der Mitte falten und wieder öffnen. Mit doppeltem Baumwollfaden und Nadel entlang der entstandenen Faltlinie leicht einreihen. Dann den Rock wieder falten, um die Taille legen und festbinden. Der offene Schlitz im Rock soll hinten in der Mitte liegen. Wenn der Rock zu lang geraten ist, schneiden Sie ihn mit der Schere etwas ab.

Für die Latzschürze und das Bündel der Bäuerin, ganz rechts im Bild, schneiden Sie ein Blattstück von 17 x 5 cm zu, mit der Faser in Längsrichtung. In der Blattmitte der Länge nach einen 10 cm langen Schlitz einschneiden (siehe Abb. 4). Nun legen Sie die beiden Streifen über die Schultern der Puppe und kreuzen die Schürzenbänder auf dem Rücken (siehe Abb. 5). Damit die Schürze hält, einen Faden um die Taille der Puppe binden. Mit den losen Enden der Schürzenbänder kann man eine Schleife binden. Das vordere Ende der Schürze zusammenfassen und an das linke Handgelenk binden (siehe Abb. 7). So entsteht das Bündel, das mit etwas Stroh gefüllt wird.

2. Letzte Feinheiten
Fertigen Sie das Haar aus getrockneten Kolbenfäden oder aus Stickgarn. Die Fäden 5 cm lang schneiden und am Kopf festkleben. Den Scheitel bildet ein Stückchen Baumwollfaden. Schneiden Sie für das Kopftuch ein 7 x 10 cm langes Blattstück zu, falten Sie es der Länge nach in der Mitte und legen Sie es der Puppe um den Kopf. Die Enden im Nacken kräuseln, zusammenfassen und mit Bast festbinden. Das Gesicht wird mit schwarzem Filzstift oder mit Tusche aufgezeichnet.

Für die Augen malen Sie lediglich zwei dicke Punkte.

Die mittlere Puppe wird ebenso gearbeitet wie oben beschrieben. Auch die Schürze wird mit den gleichen Maßen und genauso gearbeitet wie für die erste Puppe. Schlagen Sie lediglich den unteren Schürzenrand etwa 3,5 cm nach hinten um, so dass die Schürze kürzer wird und doppelt liegt. Für das Kopftuch der mittleren Puppe wird ein Dreieck von 7,5 cm Seitenlänge zugeschnitten. Legen Sie das Tuch um den Kopf und binden Sie die drei Zipfel mit einem festen Faden im Nacken zusammen.

Die Schürze der jungen Mutter reicht bis zum Rocksaum und wird nicht gefaltet. Sonst gilt für sie das gleiche wie für die erste ausführlich beschriebene Puppe.

3. So wird das Baby gebastelt
Schneiden Sie ein Blatt auf 10 x 5 cm zu. Kräuseln Sie es in der Mitte, binden Sie es, wie am Anfang beschrieben, zusammen und legen Sie eine kleine Kugel aus Modellierton für den Kopf hinein. Unterhalb noch einmal abbinden. Kleben Sie aus Kolbenfäden ein paar Haare auf und kleben Sie ein 3,5 x 2 cm großes Stück als Tuch um den Kopf. Die Enden auf dem Rücken übereinander falten und mit einem Faden um den Hals festbinden. Der Babyschal wird aus einem 6,5 x 3,5 cm großen Blattstück gearbeitet. Falten Sie die obere schmale Kante ca. 1,25 cm nach innen, damit das Gesicht eingerahmt wird (siehe Abb. 8). Schlagen Sie das Blatt um das Baby übereinander und wickeln Sie roten Bindfaden kreuzweise darum. Zwei schwarze Punkte sind die Augen. Binden Sie das Baby mit Faden so am Handgelenk der Mutter fest, dass sie es im Arm hält.

4. Das kleine Mädchen
Es ist genau halb so groß wie die erwachsenen Frauen. Das Hauptblatt, aus dem es gearbeitet ist, beträgt 12,5 x 5 cm. Arbeiten Sie wie bei der unter Punkt 1 beschriebenen Puppe, schneiden Sie jedoch für die Zöpfchen Kolbenfäden oder Garn 3,5 cm lang zu. Die Zöpfchen werden seitlich am Kopf festgeklebt. Als Scheitel in der Mitte dient ein Stück weißer Baumwollfaden. Binden Sie mit rotem Faden kleine Schwänzchen ab.

Für die Milchkanne nimmt man einen kleinen Zweig, ca. 3 cm lang, schneidet den vorderen Teil bis auf ein Reststück ab und bohrt in der Mitte ein Loch (siehe Abb. 6).

5. Butterfass
Für das Butterfass schneidet man einen Kreis von 6 cm Durchmesser, der rundherum etwa 1,2 cm tief eingeschnitten wird (siehe Abb. 9). Den Rand hochklappen und die Schnipsel untereinander fest verkleben, so dass eine Schüssel von ca. 3,5 cm Durchmesser entsteht. Schneiden Sie einen 1,5 cm breiten und 12,5 cm langen Streifen aus Maisblatt zu und kleben Sie ihn um den Schüsselrand. Wenn Sie ein etwas dunkleres Blatt haben, kleben Sie daraus einen 6 mm breiten Streifen um die Mitte. So erhalten Sie den „Kupferring", den die Butterfässer für gewöhnlich haben. Für die Griffe schneidet man einen Blattstreifen von 1 x 9 cm, klebt ihn unter den Boden des Fasses und an den beiden gegenüberliegenden Seiten hoch. Die Enden spitz zuschneiden. Für das Rührholz verwendet man einen dünnen Holzspan (5 x 1,5 cm) und schnitzt von oben her beidseitig ein Stückchen ab, um den Griff zu erhalten.

6. So entsteht der Bauer
Abbildung 11 zeigt die vollständige Figur des Bauern. Außer den auf Seite 1 angeführten.

Zutaten brauchen wir für den Bauern folgendes:
1 Korken, 1 Pfeifenreiniger, 1 Holzstäbchen (Zahnstocher/Schaschlikspieße) oder 1 alte Stricknadel, 1 Stück Pappkarton, ca. 6 x 5 cm.

Formen Sie aus Modellierton eine Kugel in Murmelgröße. Schneiden Sie für den Körper einen Korken, der 2,5 cm lang sein soll. Bohren Sie mit einem Bohrer oder einer Stricknadel in diesen Korken ein Loch von oben in die Mitte und zwei Löcher seitlich von unten (siehe Abb. 10). Schneiden Sie drei Holzstäbchen zu: ein 5 cm langes Stück und zwei 6,25 cm lange Stücke. Biegen Sie den Pfeifenreiniger in der Mitte zusammen und umwickeln Sie ihn mit Bast. Stecken Sie ein Hölzchen in die Tonkugel und von oben in den Korken. Schneiden Sie aus Maisblatt zwei 27,5x3 cm lange Streifen. Die Streifen aufeinander und in der Mitte über den Kopf legen. Die Gesichtshälfte glatt ziehen und die Maisblätter unter dem Kopf fest um den Hals binden. Das Armstück unterhalb des Halses an den Stäbchen befestigen, das Maisblatt vorn und hinten darüber legen und oberhalb des Kopfes wieder umwickeln. Das gibt die Taille. Nun teilen Sie die doppelt liegenden Blattstreifen für die Beine und wickeln sie um die entsprechenden Stäbchen. Die Streifen werden in der unteren Beinhälfte mit Bast fest umwickelt. Auch der Hut ist aus Maisblatt. Schneiden Sie einen 7,5 x 2,5 cm großen Streifen und kleben Sie ihn um den Kopf. Als Hutband dient ein Stück Garn. Augen und Mund werden mit Filzstift oder Tusche aufgemalt. Den Spaten schneiden Sie aus einem 9 cm langen, doppelt gelegten Maisblatt. Kleben Sie beide Teile zusammen und geben Sie auch noch etwas Klebstoff auf die Außenseite, damit der Spaten stabil wird. Die Füße können Sie aus dünnen Korkscheiben fertigen, in welche die beiden Stäbchen gesteckt werden. Kleben Sie die Füße auf Pappkarton und stützen Sie die Figur, bis alles festgeworden ist. Damit der Bauer im Gemüsebeet steht, schneiden Sie aus Maisblatt kleine Schnipsel und kleben diese als Salatstauden auf den Karton, Zuletzt wird der Spaten an ein Handgelenk gebunden.