Anfangs wollte ich diese Bastelanleitungen komplett entfernen, da Tiere wegen ihres Felles oder ihrer Haut unsinnig gequält werden.
Da aber hier schöne Anleitungen sind, habe ich sie drin gelassen. Meine Bitte an euch, nehmt Kunstleder oder Kunstfell zur Verarbeitung. Vieles kann auch aus Stoff nachgearbeitet werden.
Bitte denkt an unsere Tiere!

Wandschmuck

Sie brauchen:
Rindleder
Farben zum Lederfärben
starke Schere
Schnitzwerkzeug
Läppchen
Aufhänger zum Festkleben

Aus Leder haben wir dieses Mal keinen Gebrauchsgegenstand hergestellt, sondern einen aparten Wandschmuck. Seine Fertigung setzt etwas Erfahrung im Umgang mit Schnitzwerkzeugen voraus, ist aber dann nicht sehr schwierig.

Er ist auf einem Lederkreis mit einem Durchmesser von 20 cm gearbeitet. Sie können natürlich auch Lederreste oder -abschnitte in anderen Formen nach Ihrer eigenen Phantasie dekorativ gestalten.

Sie arbeiten hier wie beim Linolschnitt, indem Sie Linien mit einem scharfen Messer herausheben. Es gilt hier die gleiche wichtige Regel wie beim Linolschneiden: Die linke Hand, die das Lederstück festhält, nie in Schneiderichtung des Messers halten! Sie könnten sich bei Nichtbeachten dieser Regel verletzen.

1. Das Leder
Für diese Lederarbeit wird Rindleder verwendet. Es ist hart und weist eine ziemliche Dicke auf, was wichtig ist, da Sie ja eine Schicht mit dem Messer herausheben müssen.

2. Zuschneiden
Die gewünschte Lederform schneiden Sie mit einer starken Schere aus. Die Schere muss vor allen Dingen scharf sein.

Schließen Sie beim Schneiden die Schere nie ganz bis zur Spitze, damit Sie die obere Lederschicht nicht verziehen.

3. Färben
Farben zum Lederfärben werden auch zum Färben von Schuhen verwendet und sind in den verschiedensten Tönen erhältlich. Wir verwendeten für die gezeigte Arbeit Schwarz und Dunkelrot. Bevor Sie das zu bearbeitende Stück Leder färben, sollten Sie zuerst auf einem Abfallstück etwas üben, denn verschieden starkes Auftragen der Farben verändert die Farbintensität. Sie werden feststellen, dass das helle Rindleder die Farben sehr leicht annimmt und vielleicht sogar rasch zu dunkel wird. Üben Sie deshalb zuerst ein wenig, damit Sie Erfahrung für die Dosierung der Farbe bekommen.

Nehmen Sie zum Färben ein weiches Läppchen, das Sie mit Farbe tränken. Reiben Sie dann die zu färbende Stelle ein. Üben Sie zuerst wenig Druck aus. Verstärken Sie den Druck erst, wenn Sie einen dunkleren Farbton haben wollen. Für helle Töne wischen Sie nur ganz leicht mit einem wenig getränkten Lappen über das Leder. Einen bereits eingefärbten Farbton können Sie durch Auftragen einer anderen dunkleren Farbe verändern. Einen dunklen Ton können Sie nicht mit einem nachträglich aufgetragenen hellen Ton aufhellen.

Die Farben ziehen schnell in das Leder ein. Lassen Sie das eingefärbte Stück aber trotzdem einige Zeit liegen, bevor Sie es bearbeiten.

4. Das Schneiden
Zum Einschneiden der Linien verwenden Sie am besten Schnitzwerkzeug, und zwar ein schmales Hohleisen und einen Geißfuß. Das Werkzeug muss auf alle Fälle sehr scharf sein, sonst entstehen unsaubere, fransige Ränder.

Haben Sie ein Linolbesteck mit sehr scharfen Messern und festen Griffen, können Sie auch damit arbeiten.

Machen Sie auf einem Abfallstück einige Schneideübungen. Das Messer sollte zügig geführt werden, damit keine starren Linien entstehen. Zum Schluss des Schnittes den Druck verringern, und dadurch die Schneidelinie langsam dünn auslauten lassen (siehe Haarenden, Foto). Haben Sie ein Motiv aufgezeichnet, dann halten Sie sich nicht unbedingt an die vorgegebenen Linien, eine schwungvoll ausgeführte Schneidelinie, die etwas vom Vorgezeichneten abweicht, ist meist besser, als eine starr nachgezogene Linie.

5. Arbeitsweise
Was das Einfärben betrifft, haben Sie zwei Möglichkeiten. Sie können entweder das ganze Lederstück vor dem Schneiden einfärben, oder Sie können nach dem Schneiden die verbliebenen Erhebungen einfärben.

Wir wählten die zweite Möglichkeit, da so besser und genauer bestimmt werden kann, welche Teile hell oder dunkel werden sollen. Sie werden bemerken, dass bei dieser Methode auch Farbe in die Vertiefungen dringt.

Gerade dies kommt der gesamten Bildharmonie zugute, da der starke Gegensatz von dunkel eingefärbtem Leder und heller Vertiefung abgemildert wird. Wollen Sie besondere Partien doch ganz hell hervorheben (z.B. Haare auf dem Foto), können Sie nach dem Einfärben diese Vertiefungen mit dem Schneidewerkzeug nochmals nacharbeiten und die Farbschicht abtragen. Das Motiv zeichnen Sie auf das Leder mit Bleistift auf.