Punzieren

Sie brauchen:
festes Leder
Messer
Punzen
Schraubenzieher
Hammer (Holzhammer)
Lappen
Lederlack

Leder lässt sich schön mit Mustern dekorieren. Die einfachste handwerkliche Bearbeitungsart ist das Punzieren. Mit Hilfe von Punzen oder Prägestempeln werden vertiefte Linien und Flächen auf dem glatten Leder angebracht. Von den bei uns gebräuchlichen Lederarten eignet sich am besten Rindleder dafür, da es dick und kräftig ist. Wenn Sie Lederstücke vorrätig haben, können Sie sich daraus die entsprechenden Formen zuschneiden. Sie benötigen dazu ein sehr scharf geschliffenes Messer, das Sie an einem Eisenwinkel oder Eisenlineal entlang führen. Geschnitten wird auf einer Pappunterlage. Zum Schneiden von Kreisen (siehe Foto) benötigen Sie eine sehr scharfe große Schere. Während des Schneidens dürfen Sie die Schere nie bis ganz zur Spitze schließen, da sonst das Leder am Scherenende etwas gequetscht wird.

Alle diese Arbeiten können sie umgehen, wenn Sie sich in Bastelgeschäften bereits in Form geschnittene Lederfeile erwerben. Für unsere Untersetzer haben wir Kreise mit 10 cm Durchmesser eingekauft.

1. Die Punzen
Punzen können Sie sich selbst herstellen, oder Sie können sie in verschiedensten Variationen in Bastelgeschäften kaufen. Zum selbst herstellen von Punzen brauchen Sie entweder dicke Nägel oder Rundeisenstabe und eine Eisenfeile. In die Nägel oder Eisenstäbe können Sie dann z.B. Rillen kreisförmig oder halbkreisförmig einarbeiten oder auch Dreiecke, Vierecke.

Bei fertigen Punzen ist das Angebot ziemlich groß. Sie können die verschiedensten Formen und Größen entdecken. Sogar Punzen mit Blattformen und Schnörkeln werden angeboten. Auf der Karte geben wir Ihnen die Form einiger gängiger Punzen wieder. Sie sollten für Ihre ersten Versuche nicht unbedingt gleich die ausgefallensten Formen einkaufen. Wählen Sie, wenn Sie die Untersetzer arbeiten wollen, keine zu großen Formen aus. Ein weiterer Gesichtspunkt für die Auswahl der Punzen sollte sein, ob und wie sich die Formen in wechselseitigem Gebrauch zu einem Muster verbinden lassen.

Für unsere Untersetzer kamen wir mit nur zwei Punzen aus, nämlich mit einem gerillten Kreis und einem gerillten Halbkreis. Beide Punzen sind von diesen Formen die kleinsten, die angeboten werden. Sie können diese beiden Formen sehr vielseitig variieren, wie Sie an Hand unserer beiden Beispiele erkennen können. Als weiteres Werkzeug haben wir einen kleinen Schraubenzieher verwendet, Die Gerade des Schraubenziehers können Sie gut für verbindende Linien gebrauchen. Auch eine Stricknadel ist zum Eindrücken von Mustern geeignet Sie können damit ebenfalls Linien, z.B. geschwungene Linien, einziehen. Für gerade Linien führen Sie die Stricknadel einfach an einem Lineal entlang.

2. Der Hammer
Am besten arbeiten Sie mit einem Holzhammer, da ein normaler Hammer durch die Punzen beschädigt wird. Haben Sie keinen Holzhammer zur Hand, sollten Sie wenigstens einen alten Eisenhammer verwenden. Mit einem Eisenhammer besteht aber auch die Gefahr, dass Sie leichter von der Punze abrutschen, was oft schmerzhaft für die Finger sein kann.

3. Die Technik des Punzierens
Der erste Arbeitsgang ist das Anfeuchten des Leders. Am besten verwenden Sie dazu einen Lappen oder einen Schwamm. Das Leder darf aber nicht durchnässt werden!

Mit dem Bemustern können Sie schon beginnen, wenn das Leder noch feucht ist. Achten Sie aber darauf, dass das Leder während des Arbeitens nicht beschmutzt wird.

Zum Punzieren setzen Sie die Punze senkrecht auf und versetzen dem Werkzeug einen festen Schlag. Die Punze halten Sie mit der linken Hand fest, wobei Sie den kleinen Finger am Leder abstützen. Als Unterlage verwenden Sie ein Brett, es genügt aber auch eine starke Pappe. Um zu starke Lärmbelästigung zu vermeiden, legen Sie eine Decke unter. Die Abdrucke sollten alle gleichmäßig tief erscheinen. Nicht zu kräftig einschlagen, damit nicht die oberste Lederschicht herausbricht.

Bei den einfachen Untersetzern arbeiten Sie am besten ohne Musterentwurf. Plazieren Sie die Punzenformen in gleichmäßigen Abständen nebeneinander und setzen Sie eine Runde an die andere (siehe Foto). Wenn Sie glauben, nicht ohne Entwurf auskommen zu können, so zeichnen Sie sich die Abstände der Kreislinien auf Pauspapier, legen dieses auf das angefeuchtete Leder und drücken mit einer Stricknadel einige Führungspunkte leicht durch.

4. Nachbehandlung des Leders
Lederlack schützt das Leder vor Verschmutzung und macht es Wasser abstoßend. Tragen Sie mit einem Läppchen den Lederlack auf das punzierte Stück und reiben Sie ihn gut ein. Sie können den Vorgang, wenn der Lack eingezogen ist, wiederholen. Ihr Lederstück erhält dadurch einen etwas dunkleren Ton und leichten Glanz.