Anfangs wollte ich diese Bastelanleitungen komplett entfernen, da Tiere wegen ihres Felles oder ihrer Haut unsinnig gequält werden.
Da aber hier schöne Anleitungen sind, habe ich sie drin gelassen. Meine Bitte an euch, nehmt Kunstleder oder Kunstfell zur Verarbeitung. Vieles kann auch aus Stoff nachgearbeitet werden.
Bitte denkt an unsere Tiere!

Geldbörsen

Sie brauchen:
Wildlederreste für die Beutel
1 Stück Rindsleder, 30 x 20 cm für die gelbbraune Geldbörse
Lederimitation für den flachen Geldbeutel, ca. 30 x 30 cm
Lederriemchen oder Schnürsenkel und Vorhangringe, ca. 2,5 cm Durchmesser für die Beutel
Reißverschluss für den flachen Geldbeutel
Prägestempel und Acrylfarbe für den gelbbraunen Geldbeutel
Druckknöpfe
Lochzange
Rädelstern
Ahle,
Ledernadel
gewachsten Zwirn
Holzhammer
Schwamm
Pappkarton
Arbeitsbrett
Holzleim oder Alleskleber

1. Geldbeutel oder Geldsäckchen
Beutelförmige Geldbörsen sind ganz einfach und schnell herzustellen. Für den runden Beutel zeichnen Sie auf Pappkarton einen Kreis, 6 cm Durchmesser, und ein Rechteck, 10,5 x 5,5 cm. Schneiden Sie nach diesen Schablonen aus Wildleder oder Leder einen Kreis und 4 Rechtecke in verschiedenen Farben aus. Legen Sie die Schablonen dazu auf das Leder und umfahren Sie sie mit einem Bleistift. Nähen Sie die 4 Rechtecke so zusammen (siehe Abb. 1), dass Sie ein großes Rechteck von ca. 20 x 11 cm erhalten (Nahtzugabe bereits abgezogen). Danach werden die kurzen Seiten verbunden, dadurch erhalten Sie eine Röhre. Verwenden Sie zum Nähen eine Ledernadel und ziehen Sie den starken Zwirn vorher durch flüssiges Wachs. Bringen Sie mit der Lochzange an einer Seite, ca. 1,8 cm vom Rand entfernt, 8 Löcher an. Durch diese Löcher werden später die Lederriemchen oder Schnürsenkel zum Verschließen gezogen. Nähen Sie dann den runden Boden mit Schlingstichen ein und versteifen Sie ihn mit entsprechend zugeschnittener Pappe. Schneiden Sie den oberen Rand des Beutels entweder bogen- oder zackenförmig ein oder umsticken Sie den Rand mit Zierstichen. Ziehen Sie die Schnürbänder durch die 8 Löcher. Wenn Sie Lederriemen verwenden, können Sie an ihren Enden Fransen anbringen (siehe dazu Basiskarte 1, Lederarbeiten). Für den anderen Beutel auf unserem Foto haben wir aus Pappe eine Rechteckschablone von 5,5 x 13 cm zugeschnitten. Nach dieser Schablone werden 4 Rechtecke aus Wildleder ausgeschnitten. Machen Sie aus einem schmalen Wildlederstreifen eine Schlaufe und ziehen Sie daran einen Vorhangring auf. Nähen Sie die 4 Rechtecke an den langen Seiten zusammen und schließen Sie sie zu einer Röhre. Nähen Sie in eine der Nähte, etwa 5 cm vom oberen Rand entfernt, die Schlaufe mit dem Ring fest ein. Nun nähen Sie den Boden zu und verzieren den oberen Rand mit Stichen. Sie können ihn auch bogen- oder zickzackförmig einschneiden.

2. Gelbbrauner Geldbeutel
Schneiden Sie aus Pappe 2 Schablonen nach Abbildung 2. Legen Sie die Schablonen auf das Wildleder und umfahren Sie sie mit dem Bleistift. Schneiden Sie mit einem scharfen Messer oder mit einer Lederschere entlang den Bleistiftlinien. Legen Sie das Leder dazu auf ein hartes Arbeitsbrett. Markieren Sie auf der Verschlussklappe und dem Beutelteil die Position der Druckknöpfe und bringen Sie mit der Lochzange zwei Löcher an. Wählen Sie Prägestempel für das Muster. Sie können sie aus stärkeren Nagelköpfen zurechtfeilen. Auch Holzstempel sind geeignet (Rund- oder Vierkantstab aus Hartholz). Befeuchten Sie das Leder mit einem Schwamm und kaltem Wasser. Warten Sie, bis das Wasser in das Leder eingedrungen ist. Durchnässen Sie das Leder aber nicht zu stark. Arbeiten Sie auf einer sauberen Unterlage. Setzen Sie dann die Prägestempel auf das Leder und prägen Sie mit Hammerschlägen. Sie müssen das Leder während des Prägens mehrmals anfeuchten. Wenn Sie noch nie mit einem Prägewerkzeug gearbeitet haben, sollten Sie zuerst auf einem Lederrest üben.

3. So wird das Leder gefärbt
Wenn Sie mit Ihrem Prägemuster fertig sind, lassen Sie das Leder trocknen. Dann tragen Sie an allen Kanten des Vorder- und Rückenteils sowie um die Klappe herum Acrylfarbe auf. Damit das Muster in der Mitte besser zur Geltung kommt, trägt man die Farben an den erhabenen Teilen auf und lässt sie an den Kanten hinunterlaufen.

Zuletzt den Druckknopf befestigen. Tragen Sie entlang den Rändern Lederleim oder Alleskleber auf und kleben Sie den Beutel zusammen. Legen Sie den Beutel auf das Arbeitsbrett und bringen Sie mit der Ahle und dem Holzhammer die Löcher für die Nähte an. Fahren Sie vorher mit dem Rädelstern entlang der Nahtlinie, damit Sie Anhaltspunkte für die Löcher bekommen. Wenn Ihr Leder sehr dick ist, drücken Sie mit einem Modellierwerkzeug (Stricknadel) eine Linie ein, in der die Stiche liegen. Nähen Sie die Teile für den Geldbeutel mit Sattlerstichen zusammen (siehe Basiskarte). Verwenden Sie durch Wachs gezogenen Zwirn. Bringen Sie an den Punkten A und B je ein Loch an und versehen Sie die Löcher mit Nieten.

4. Anleitung für die flache, helle Geldbörse
Übertragen Sie die Schnitteile von Abb. 3 in voller Größe auf Karton und schneiden Sie danach einmal Teil 1 und 5mal Teil 2 aus. Markieren Sie mit dem Rädelstern die Positionen für die Löcher, durch die Sie später nähen (siehe Abb. 3). Wichtig ist, dass die Löcher an den beiden Teilen genau übereinstimmen. Markieren Sie auch die Positionen für die Druckknöpfe (kleine Kreise in Abb. 3). Lochen Sie nun mit der Lochzange und befestigen sie die oberen Druckknopfhälften an Teil 1, die unteren an Teil 2.

Nehmen Sie zwei von den Rechtecken (in Abb. 4a A und B) und verbinden Sie die Rechtecke mit einem Reissverschluss, der mit Sattlerstich eingenäht wird. Nun verbinden Sie das Teil B mit dem Quadrat (Abb. 4b C), indem Sie es nur in der Mitte in einer Rechteckform festnähen (Abb. 4b B). Nähen Sie die beiden Rechtecke D und E zusammen (Abb. 4c). Nähen Sie ein kleines Fach für die Briefmarken ein. Nähen Sie die Geldbörsenteile zusammen. Verbinden Sie A mit B, C mit D und E mit dem Rechteck, an dem die Druckknöpfe befestigt sind.