Anfangs wollte ich diese Bastelanleitungen komplett entfernen, da Tiere wegen ihres Felles oder ihrer Haut unsinnig gequält werden.
Da aber hier schöne Anleitungen sind, habe ich sie drin gelassen. Meine Bitte an euch, nehmt Kunstleder oder Kunstfell zur Verarbeitung. Vieles kann auch aus Stoff nachgearbeitet werden.
Bitte denkt an unsere Tiere!

Armbänder & Schlüsseltaschen

Sie brauchen:
Reste von dickem Leder
Druckknöpfe oder Schnürsenkel zum Schließen
Lederfärbemittel
Werkzeuge zum Prägen und Punzieren (siehe
hier)
Ledermesser
Stahlwinkel
Lochzange oder/und Ahle
Stecheisen
Holzhammer
Klebstoff
Bleistift
Lineal

An kleineren Gegenständen, wie z.B. Armbändern oder Schlüsseltäschchen, kann man besonders gut die verschiedenen Techniken zum Verzieren von Lederoberflächen üben.

1. Armriemen
Hierzu brauchen Sie nur ein Lederband, auf das ein Muster geprägt wird. Sie können aber, anstatt das Leder zu punzieren, das Muster auch mit Acryl- oder Ölfarbe oder einfach mit Filzstiften aufmalen. Naturfarbenes Leder nimmt die Farben am besten an, Probieren Sie ruhig auch verschiedene Verschlussarten aus (Druckknöpfe, Schnürsenkel, Lederriemen etc.).

Die Löcher für die Schnürsenkel werden mit der Lochzange gestanzt. Wenn Sie Schlitze haben wollen, nehmen Sie besser ein Stecheisen und einen Holzhammer (dicke Pappe oder Holz als Unterlage). Interessante Muster können Sie auch mit Nieten und Beschlagnägeln gestalten. Wenn dadurch die Innenseite des Armbands rau wird, kleben Sie einen weichen Lederrest dagegen.

Attraktive Lederarmbänder erhalten Sie, wenn Sie mit zwei verschiedenen Lederstreifen arbeiten: Ein weicher Lederstreifen ist für außen bestimmt, ein etwas härterer versteift das Armband von innen her. Der obere Lederstreifen kann mit Schnürbändern, Stickereien oder mit Perlen verziert werden. Das etwas größere obere Lederteil wird auf das feste Leder geklebt. Dabei werden die Ränder an der Innenseite festgeklebt. Zusätzlich werden dann noch Schnürbänder oder Druckknöpfe zum Schließen des Armbandes angebracht. Auch ein Armreif zum Hineinschlüpfen lässt sich aus Leder herstellen. Das Leder wird dabei um einen Pappring geklebt. Um die zusammengeklebten Lederkanten im Inneren des Armreifs zu verdecken, klebt man ein Stück weiches Leder als Futter darüber. Auch Serviettenringe können auf diese Weise hergestellt werden.

2. Geflochtene Armbänder
Für ein geflochtenes Lederarmband braucht man ein dickes, aber sehr dehnbares Lederstück. Markieren Sie mit dem Bleistift eine Länge von 21,2 cm und eine Breite von 2,5 cm. Für das Armband mit den 5 Lederstreifen haben wir ein Lederband von 4,3 cm Breite ausgesucht. Markieren Sie weiterhin die Schnittlinien für die Streifen, mit denen geflochten wird. Das bedeutet zwei Linien bei dem Armband mit 3 Flechtstreifen (siehe Abb. 1a) und 4 Schnittlinien für das Armband mit 5 Flechtstreifen. Stanzen Sie Löcher für den Druckknopf oder die Schnürbänder mit der Lochzange und färben Sie evtl. die glänzende Lederseite mit der ausgesuchten Farbe ein. Beachten Sie dabei die Gebrauchsanweisung des Herstellers der Lederfarbe. Grobe, breite Lederkanten werden mit einer dunkleren Farbe gefärbt.

Nach dem Einfärben das Lederstück vollständig trocknen lassen! Nun beginnen Sie mit dem Flechten. Das sieht viel komplizierter aus, als es in Wirklichkeit ist. Bringen Sie mit Ledermesser und Stahlwinkel die zwei bzw. vier Schnitte in Ihrem Lederband an. Der Flechtvorgang ist auf unseren Abbildungen genau dargestellt. Für den Zopf aus 3 Streifen bringt man zuerst den linken Streifen über den mittleren Streifen und den rechten Streifen zwischen diese beiden (siehe Abb. 1b). Dabei verwinden sich die Lederstreifen am unteren Ende und es entstehen unerwünschte Verdrehungen, die aufgelöst werden, wenn man das untere kompakte Lederende in Pfeilrichtung durch die Streifen zieht. Die Streifen werden aber immer noch etwas verwirrt sein. Legen Sie deshalb am oberen Ende die äußeren Streifen noch dreimal übereinander und schieben Sie das untere Ende, wie in Abb. 1c gezeigt, durch. Jetzt sind die Verwindungen aufgelöst. Nun wird nach Abb. 1d weitergeflochten. Flechten Sie oben noch zweimal und schieben Sie das untere Ende, wie in Abb. 1d gezeigt, durch. Dann flechten Sie zwei weitere Male (siehe Abb. 1e). Wenn Sie diesmal das untere Ende in Pfeilrichtung durch die Streifen ziehen, werden alle unliebsamen Verwindungen auf einmal gelöst sein. Der Zopf ist fertig. Das aus 5 Lederstreifen geflochtene Armband ist noch einfacher anzufertigen. Wir haben die Streifen nummeriert (siehe Abb. 2a). Kreuzen Sie Streifen 1 und 5 und schieben Sie das untere Ende des Bandes in Pfeilrichtung zwischen Streifen 3 und 4 durch. Dann legt man die äußeren Streifen weitere dreimal übereinander und verfährt mit dem unteren Ende wie in Abb. 2b gezeigt. Wenn Sie den Zopf nun noch etwas zurecht ziehen wird auch dieses Armband zu Ihrer Zufriedenheit ausfallen.

3. Schlüsseltäschchen und –anhänger
Für die auf unserem Foto gezeigten Schlüsseltäschchen verwendet man am besten ein Stück dickes Leder von 10 x 16 cm. Es wird mit Lederfarbe gefärbt und verziert. Die Schlüsselhalterung kauft man fertig im Bastelladen oder Kaufhaus; oder man besorgt sich einen Druckknopf und einen Ring und macht aus einem Lederriemen eine Schlaufe, durch die der Ring gezogen wird (siehe Abb. 3). Das Loch für den Druckknopf wird mit einer Lochzange gestanzt.

Als Verzierung können Sie an den Ring Figuren hängen, die aus Lederresten geschnitten werden (siehe Abb. 4).