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Strohintarsienarbeiten sind sehr reizvoll und dekorativ. Mit wenig Arbeitsmaterial können Sie z.B. einfache Kästchen hübsch verzieren. Für die Arbeiten brauchen Sie vor allem ein klein wenig Geduld und Geschick.
1. Vorbereitung der Strohhalme Verwenden Sie Bastelstrohhalme, die Sie auch in Schreibwarengeschäften kaufen können. Achten Sie darauf, dass nicht zu viele Halme geknickt oder gespalten sind, Die Strohhalme ritzen Sie zuerst vorsichtig der Länge nach mit einem Messer ein. Nur auf einer Seite, nicht durchschneiden. Der Halm muss an einem Stück bleiben!
Dann legen Sie die Strohhalme in lauwarmes Wasser. Lassen Sie die Halme darin weichen, bis sie elastisch sind und sich gut aufbiegen lassen. Dünne Halme werden schneller weich und eignen sich besser zum Bügeln als dicke, die sich beim Bügeln leicht spalten.
Zum Bügeln legen Sie die Halme auf eine dicke Zeitungsunterlage. Setzen Sie die Spitze des Bügeleisens vorsichtig an einem Ende an, so dass der Halm aufgeklappt wird. Fahren Sie dann langsam mit dem Bügeleisen nach oben. Dies geschieht auf der Innenseite (linke Seite) des Halms. Nach zweimaligem Auf- und Abfahren liegt der Strohhalm schon ziemlich flach. Nun drehen Sie ihn um und bügeln ihn auf der Aussenseite (glänzende Seite) noch völlig glatt. Wollen Sie nun Halme mit verschiedenen Brauntönen haben, so lassen Sie das Bügeleisen (auf voller Heizstärke) einige Zeit auf den Halmen stehen. Legen Sie gleich mehrere Halme auf einmal darunter.
Für tiefbraune Halme müssen Sie das Eisen längere Zeit stehen lassen. Zum Bügeln eignet sich am besten ein altes schweres Bügeleisen, falls Sie noch ein solches besitzen. Erneuern Sie ab und zu einen Teil der Zeitungsunterlage. Sie wird stark angesengt und bricht mit der Zeit.
Es gibt auch eingefärbte Bastelhalme zu kaufen. Solche Halme müssen Sie nur einweichen und glatt bügeln. Schönere Töne und Abstufungen erhalten Sie jedoch, wenn Sie die Halme mit dem Bügeleisen tönen.
2. Zuschneiden der Untersetzer Wir wählten als Form für unseren Untersetzer ein Sechseck. Sie erhalten ein Sechseck ganz einfach, indem Sie den Radius mit dem Zirkel am Kreis abtragen, und zwar 6mal. Die Kreuzungspunkte, die Sie dadurch auf der Kreislinie erhalten, verbinden Sie dann miteinander.
Für die Untersetzer auf dem Foto wählten wir einen Radius von 6 cm. Tragen Sie das Sechseck auf 4 mm starkes Sperrholz auf und sägen Sie es mit der Laubsäge aus. Verwenden Sie dazu Sägeblätter Nr. 4. Nach dem Sägen glätten Sie mit Schleifpapier (100) die Schnittkanten und die Flächen.
3. Gestaltung der Muster Überlegen Sie sich nun, wie Sie den Untersetzer gestalten wollen. Am besten zeichnen Sie zuerst einige Entwürfe auf Papier. Berücksichtigen Sie dabei aber immer die eckige Form. Vermeiden Sie also Rundungen, die ausserdem auch sehr schwer zusammenzusetzen sind, Halten Sie sich am besten an einfache Muster, die Sie durch verschiedene Farbtöne attraktiver machen können. Auf unserem Foto sehen Sie im Hintergrund ein Beispiel für eine ganz einfache Intarsienarbeit. Bei genauem Hinsehen werden Sie bemerken, dass allein schon die Struktur der Strohhalme wirkt. Es wurden fast nur helle Strohhalme verwendet und nebeneinander geklebt. In jedem Rechteck wechselt die Faserrichtung der Strohhalme, Einmal sind sie in Faserrichtung quer und einmal in Faserrichtung senkrecht geklebt. Eingefasst ist das Rechteck mit einem dunkelgebügelten Halm und mit einem helleren. Dies Beispiel soll Ihnen zeigen, dass Sie nicht schon am Anfang mit schwierigen Mustern arbeiten müssen, um ein gutes Ergebnis zu bekommen. Beginnen Sie also zuerst mit einem einfachen Muster. Sie müssen dazu die Strohhalme nur in gleiche Längen schneiden und anpassen. Haben Sie ein wenig Übung, dann wagen Sie sich an anspruchsvollere Muster. Ein weiteres einfaches Beispiel sehen Sie in dem gestreiften Untersetzer. Ziehen Sie dazu die Verbindungslinien zu den sich jeweils gegenüberliegenden Punkten des Sechsecks. Suchen Sie Strohhalme in gleicher Breite aus und kleben Sie zuerst die sechs hellen, die sich im Mittelpunkt treffen. Daran schließen Sie dann die weiteren Halme an, die immer kürzer werden. Bestimmen Sie vorher die Farben und prüfen Sie, ob Sie genügend gleich breite, zueinander passende Halme zur Verfügung haben. Schneiden Sie die Halme in der Länge ruhig etwas großzügiger zu, so dass sie überstehen. Bestreichen Sie die Halme auf der Rückseite mit einer dünnen Schicht Alleskleber und kleben Sie sie fest. Drehen Sie dann das Brettchen um, nehmen Sie ein scharfes Messer oder eine Rasierklinge und schneiden Sie den überstehenden Halm entlang der Holzkante ab. Können Sie den Strohhalm nicht völlig durchschneiden, klappen Sie ihn in die Gegenrichtung, dann fällt er ohne Schwierigkeiten ab. Als Unterlage benutzen Sie ein Holzbrett und ein Stück Pappe. Die Pappe ist dann die Schneidunterlage. Bei diesem einfachen Untersetzer müssen Sie also nur die Länge anpassen und die Abschrägungen, an der die Halme aneinandergesetzt werden. Etwas schwieriger wird es bei dem Untersetzer mit dem Sternenmuster. Beginnen sie mit dem mittleren dunklen Stern.
Sie müssen jede Zacke aus zwei Teilen zusammensetzen, da die Strohhalme nicht genügend breit sind. Ziehen Sie mit dem Bleistift die mittlere Linie als Hilfslinie ein. Sie können nun von den zu beklebenden Teilen eine Schablone aus Karton anfertigen und die Halme danach zuschneiden. Geübte können auch versuchen, die Abschrägungen nach Augenmass zu schneiden und anzupassen.
Achten Sie beim Schneiden immer darauf, dass Sie die Halme der Länge nach ausschneiden, damit die Faserrichtung einheitlich läuft.
Zum Schluss kleben Sie um die Kanten entsprechend breite Strohhalme.
Um die Intarsienarbeit zu schützen, überziehen Sie die Untersetzer mit zwei Schichten farblosem Lack. Dünn auftragen! Alleskleber-Spuren auf den Strohhalmen lassen sich leicht mit einem in Nitroverdünnung getränkten Lappen entfernen. Sie können sie auch abkratzen, müssen aber darauf achten, dass das Stroh nicht beschädigt wird.
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