Herstellung von Pappmaché

Das Arbeiten mit Pappmaché ist eine sehr alte Kunst, die aus dem fernen Osten zu uns gekommen ist. In dieser Technik werden oft kleine Behälter. Dosen, Perlen, Theaterkulissen, meistens aber Köpfe für Handpuppen und Masken hergestellt.

1. Material
Das wichtigste Material zur Herstellung von Pappmaché ist Papier. Es muss gut saugfähig sein, daher verwendet man meistens Zeitungspapier, Seidenpapier oder Krepppapier. Weiterhin benötigen Sie Kleister (Tapetenkleister), der das Papier bindet. Sie können auch selbst eine Mischung aus Mehl und Wasser herstellen (Anteile: 1/2 Tasse Mehl auf 3/4 Tasse Wasser). Geringe Zusätze von Gips oder Zement lassen die Kleistermasse schneller härten und geben größere Festigkeit. Sie brauchen einen Behälter für den Kleister, einen alten Kochtopf, evtl. Gips und Schleifpapier. Zum Abdecken der Arbeitsfläche nimmt man Zeitungen oder Packpapier.

2. Herstellung von Papiermaché
Das Papier wird in kleine Stückchen gerissen und mit kochendem Wasser übergossen oder direkt im Topf mit Wasser zum Kochen gebracht. Nach dem Abkühlen die Masse gut durchkneten und evtl. weiter zerkleinern. Wasser mit den Händen ausdrücken und die breiige Masse mit Tapetenkleister, der nach Gebrauchsanweisung angesetzt wurde, vermischen. Evtl. geringe Mengen Gips oder Zement zusetzen (größere Festigkeit!). Immer wieder gut durchrühren und noch einige Zeit ziehen lassen. Pappmaché ist bei sorgfältiger Aufbereitung vielseitig verwendbar und nach der Trocknung sehr leicht und stabil. Lassen Sie Ihren Gegenstand am besten an der Luft trocknen oder bei sehr geringer Hitze im Backofen

3. Klebetechnik oder Kaschieren
Sehr widerstandsfähig und leichter anzufertigen ist ein Papierüberzug, den man durch kreuzweises Übereinander kleben (Kaschieren) gerissener Papierstreifen über eine Form erhält. Man reißt faserige Papiere (Zeitung) in Faserrichtung in Streifen. Wir können dazu das ganze Papierstück erst mit Kleister bestreichen (Pinsel) und dann reißen oder die gerissenen Streifen in Kleister tauchen. Die Streifen werden kreuz und quer auf oder um die Form gelegt, wobei besonders auf Vertiefungen in der Form zu achten ist. Hier muss das Papier mit Hölzchen gut eingepresst werden. Nach jeder Streifenschicht empfiehlt es sich, eine Lage Kleister darüber zu streichen. Geben Sie ca. 8 - 10 Schichten übereinander. Beim Überziehen von Dosen etwas weniger. Am besten an der Luft trocknen lassen.

Wollen Sie später die Form herausnehmen, empfiehlt es sich, die Form vor dem Auftrag der ersten Streifenlage mit Vaseline einzustreichen.

4. Oberflächengestaltung der Arbeiten aus Papiermaché
Wenn Ihre Arbeit aus Papiermaché trocken ist, können Sie die Oberfläche mit Schleifpapier abschleifen (z.B. bei Masken oder Puppenköpfen). Oft ist aber gerade die rauhe Oberfläche sehr wirkungsvoll. Auch durch Bekleben mit gerissenem Seidenpapier erhält man eine glatte Oberfläche. Außerdem können Sie schon während der Arbeit die Kleister-Papier-Masse mit feuchten Fingern glatt streichen. Zum Bemalen verwenden Sie einfache Wasserfarben oder Plakafarben.

Eine weitere Möglichkeit, den Gegenstand zu dekorieren:
Drücken Sie Perlen, Pailletten, kleine Steinchen, Muscheln oder Perlmutt in das halbtrockene Papiermaché und lassen Sie es gut trocknen. Ihren bemalten Gegenstand überziehen Sie mit farblosem Lack. Sie bringen dadurch nicht nur die Farben zum Leuchten, sondern verleihen dem Stück noch mehr Festigkeit. Deshalb besonders Gegenstände, die Sie benutzen wollen, mit mehreren Lackschichten überziehen. Jede Lackschicht völlig trocknen lassen.