Tischdecke mit Linoldruck

Sie brauchen:
Stoff zum Drucken
Linoleumreste, 3 mm dick
Linolschnittwerkzeug: Geißfuß, Flachausheber, evtl. Konturenmesser
1-2 Walzen
Glasplatte
Stoffdruckfarben
Unterlage (Zeitungen und unbedrucktes Papier)

Diese lustige Sommertischdecke mit den Segelschiffchen wird mit zwei Linolstempeln gedruckt.

Sie können die Schiffe in dieser Größe übernehmen oder sie evtl. sogar noch vergrößern. Wie Sie die Schiffe beim Drucken anordnen, bleibt Ihnen überlassen, außerdem hängt es von der Größe und Form (rund, quadratisch oder rechteckig) der Decke ab.

Bevor Sie mit dem Drucken beginnen, sollten Sie sich aber auf alle Fälle darüber klar sein, wie Sie die Schiffchen auf dem Stoff anordnen wollen und wie groß die Abstände sein sollen. Weiter sollten Sie die Gestaltung der Ecken bedenken und durch Auflegen des noch sauberen Stempels die Bildung der Ecken bestimmen. Bringen Sie hierzu am besten einige feine Markierungsstriche mit Bleistift oder mit Schneiderkreide an. Sie müssen bedenken, dass beim Aufsetzen der eingefärbten Stempel jeder Druck stimmen muss. Korrekturen sind nicht mehr möglich.

Wir verwendeten für die Tischdecke leichten Leinenstoff. Es empfiehlt sich, den Stoff vorher etwas durchzuwaschen, damit die Farbe gut angenommen wird. Den Stoff vor dem Drucken faltenlos bügeln.

1. Fertigen des Linolschnitts
Wie Sie an dem wiedergegebenen Muster sehen können, brauchen die Linoleumreste nicht allzu groß zu sein.

Schneiden Sie die Stücke nach der angegebenen Größe zunächst im Rechteck zu. Pausen Sie dann die Schiffchen ab und übertragen Sie sie mit Hilfe von Blaupapier auf Ihr Linolstück. Damit Sie eine bessere Richtlinie beim Aufdrucken haben, fällt bei jedem Schnitt der Fuß des Schiffes mit der Linolkante zusammen.

Die Schiffchen sind in Form und Größe einander fast gleich. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass einmal die Segel flächig und der Schiffsrumpf linear (Schiff 2) und einmal die Segel linear und der Rumpf flächig (Schiff 1) gestaltet wird. In der regelmäßigen Druckfolge ergibt dies die Hell-Dunkelkontraste, die den Druck trotz der Einfachheit wirkungsvoll werden lassen.

2. Schneiden von Schiff 1
Wenn Sie vorher nochmals die
Einführung Drucktechniken durchlesen, so erfahren Sie dort, dass Sie durch Ausheben des Hintergrundes beim Drucken später eine Zeichnung auf hellem Grund erhalten. Sie erhalten einen sogenannten Positivdruck.

Unsere Schiffchen erscheinen alle im Positivdruck, d.h. Sie haben den Hintergrund und alle anderen auf dem Muster weiß wiedergegebenen Flächen auszuheben. Für Schiff 1 heißt dies also, dass Sie auch die inneren Segelflächen ausheben müssen. Stehen bleiben nur der Mast, die schwarzen Umrisslinien der Segel und der Rumpf.

Beginnen Sie zunächst am besten mit dem Geißfuß und schneiden Sie beidseitig entlang den Segeln und Mastkonturen, ebenso entlang den Außenlinien des Rumpfes.

Sie schaffen so eine kleine Rille, die beim Ausheben der Flächen verhindert, dass Sie abrutschen und die Umrisslinien beschädigen. Zum Ausheben der Segelinnenflächen verwenden Sie einen schmaleren Flachausheber als für den gesamten Hintergrund.

Zum Schluss können Sie noch mit dem Konturenmesser die Linien nachschneiden, damit sie klar herauskommen. Nach einem sauberen Schnitt mit dem Geißfuß ist dies allerdings nicht erforderlich.

3. Schneiden von Schiff 2
Schneiden Sie auch hier wieder mit dem Geißfuß zuerst die Außenlinie der Segel und des Rumpfes nach. Den Mast und das Innenteil des Rumpfes arbeiten Sie ebenfalls mit dem Geißfuß heraus. Der umgebende Hintergrund wird mit dem Flachausheber ausgehoben.

Beim Schneiden ist folgendes zu beachten: Die linke Hand niemals in Richtung des Schneidemessers halten! Mit dem Schneidemesser kann man leicht abrutschen und sich dabei die andere Hand empfindlich verletzen. Die linke Hand hält das Linolstück immer hinter dem Messer fest!

4. Das Drucken
Geben Sie die Druckfarbe aus der Tube oder aus dem Glas auf die bereitgelegte Glasplatte. Wenn Sie die Schiffe in verschiedenen Farben drucken wollen, benötigen Sie für jede Farbe eine eigene Glasplatte. Verteilen Sie die Farbe gleichmäßig mit der Walze. Die Farbe sollte nicht zu reichlich auf die Platte gebracht werden, da sonst die Konturen des Linolschnitts verschmiert werden und dadurch ein unsauberer Druck entsteht.

Mit der farbigen Walze die Farbe dünn auf den Stempel rollen. Versuchen Sie zuerst einen Probedruck auf Papier, bevor Sie den Stoff bedrucken. Beim Drucken den Stempel senkrecht aufsetzen, mit der Hand oder mit einer anderen sauberen Walze andrücken und wieder nach oben abheben. Damit die Ränder des Stempels nach einigen Abdrucken keine Spuren hinterlassen, sollten Sie den Stempel ab und zu sauber abwaschen. Die meisten Stofffarben sind wasserlöslich (nicht auf dem Stoff). Bei abweichenden Farbzusammensetzungen ist auf der Gebrauchsanleitung vermerkt, mit welchem Lösungsmittel die Farben zu entfernen sind. Legen Sie während des Drückens den Stoff auf mehrere Zeitungspapierschichten, die Sie mit unbedrucktem Papier abdecken, damit die Druckerschwärze nicht abfärbt.