Linolschnitt

Sie brauchen:
1 Linolstück, etwa 3 mm dick, 18 x 11 cm
Linolschnittwerkzeug: Geißfuß, Flachausheber, Konturenmesser
1-2 Walzen
Japanaqua
Papier
Glasplatte
Unterlage (Zeitungen)
Einzelheiten über Werkzeug und Material erfahren Sie aus dem Text

Der Linolschnitt ist das einfachste Verfahren zur Herstellung einer Hochdruckplatte. Ein Linolschnitt eignet sich besonders gut für Glückwunsch- und Grußkarten, Poster, Signets etc. Unser Beispiel gibt Ihnen Anregung für einen einfarbigen Linoldruck. Wenn Sie später mehr Erfahrung haben, können Sie Motive selbst entwerfen und in mehreren Farben drucken. Denken Sie jedoch daran, dass der Linolschnitt eine klare Bildaussage verlangt und man sich deshalb auf möglichst einfache Formen beschränken sollte. Kaufen Sie im Bastelladen weiches Linoleum von 3 - 4 mm Stärke und pausen Sie den Entwurf auf die glatte Seite des Linoleums. Sie können auch direkt auf das Linoleum zeichnen, Bleistiftstriche werden mit einem weichen Radiergummi entfernt. Nun heben Sie mit den Spezialwerkzeugen die Flächen und Linien aus. die später auf dem Druck nicht erscheinen sollen, d.h. die erhabenen Flächen und Linien nehmen Farbe an und geben sie beim Drucken wieder ab. Auf die für den Druck fertige Linolplatte wird Linoldruckfarbe aufgewalzt. Dazu Farbe sparsam auf eine Glasplatte tupfen und mit der Walze verteilen. Achten Sie darauf, dass sich die Walze gleichmäßig einfärbt. Haben Sie zuviel Farbe auf Ihrer Walze, schmieren feine Konturenlinien zu, und es gibt einen unsauberen Druck.

Dann wird die Walze in allen Richtungen über den Linolschnitt gerollt. Man legt das Papier auf die Linolplatte und fährt mit einer sauberen Walze darüber. Andernfalls pressen Sie das Papier mit der Handfläche leicht an. Nun ziehen Sie das Papier von einer Ecke vorsichtig ab, und Sie können auf der Papierinnenseite Ihren Druck bewundern. Wenn Sie unsere Skizze und den Druck vergleichen, stellen Sie fest, dass der Druck seitenverkehrt steht. Bei unserem einfachen Motiv spielt das keine Rolle. Anders wäre es, wenn man Schrift eingeschnitten hätte oder Details des Bildes unbedingt seitenrichtig erscheinen müssten. In diesem Fall hatten wir den Schnitt seitenverkehrt anlegen müssen.

1. Werkzeug
Wenn Sie mehr Übung im Anfertigen von Linolschnitten haben, kaufen Sie sich am besten ein komplettes Linolschnittwerkzeug. Für einen Anfänger - und dies gilt auch für unsere Schildkröte - genügen drei Werkzeuge: Geißfuß, Flachausheber und Konturenmesser (siehe Abb. 1). Alle Werkzeuge sollten scharf sein. damit die ausgehobenen Linien immer klar und gleichmäßig sind. Stumpfes Werkzeug kann leicht abrutschen, und Sie könnten sich verletzen,

2. Wie das Linoleum eingeschnitten wird
In Abb. 2 zeigen wir Ihnen, wie Sie richtig schneiden, und wie eine ausgehobene Fläche nicht aussehen darf. Denken Sie daran, dass die stehen gebliebene Fläche nicht unterhöhlt sein darf. sie würde sonst beim Drucken nachgeben oder sogar ausbrechen. Arbeiten Sie mit allen Messern immer von sich weg und halten Sie die linke Hand niemals in Messerrichtung, sondern immer hinter dem Messer! Ein Abrutschen ist leicht möglich und die Verletzungsgefahr ist groß. Ziehen Sie mit dem Geißfuß entlang der Konturen der Schildkröte, Blätter, Blumen usw. Führen Sie das Messer immer etwas schräg nach außen. Die Schnittspur führt in einem Winkel von etwa 60 auf den Grund der Linolplatte (Abb. 2).

Wenn Sie einen Bogen schneiden wollen, bewegen Sie mehr das Linoleum, und nicht zu sehr das Werkzeug. Der Bogen wird dadurch sauberer. Der Flachausheber eignet sich zum Abtragen und Ausheben größerer Flachen. Mit ihm haben wir den Hintergrund ausgehoben. Schneiden Sie möglichst von der Mitte zum Rand hin.

3. Was Sie sonst noch benötigen
Man benötigt, wie schon erwähnt. eine Walze zum Verteilen und Auftragen der Farben, eine Glasplatte, Japanaqua und Papier, das die Farbe gut annimmt (Zeichenpapier). Japanaqua ist eine wasserlösliche Farbe und besonders für den Linoldruck geeignet (in Tuben erhältlich).

4. Wie die Schildkröte hergestellt wird
Übertragen Sie das Bild in Abb. 3 in voller Größe und pausen Sie es auf Ihre Linolplatte ab. Schneiden Sie dann die Schildkrötenlinien und Blumenkonturen mit dem Geißfuß. Auch das Muster der Schildkröte arbeiten Sie mit dem Geißfuß heraus und alle sonstigen feineren Linien. Größere Flachen (Mittelpunkt der Blumen) und der Hintergrund werden mit dem Flachausheber ausgehoben. Zum Vorschneiden von Linien und Versäubern von Konturen nehmen Sie das Konturenmesser.

5. So wird gedruckt
Geben Sie Farbe aus der Tube auf die Glasplatte und rollen Sie mehrmals kreuz und quer mit der Walze darüber, damit die Farbe gut verteilt ist. Nun rollen Sie die Walze, gleichmäßig andruckend, über den Linolschnitt. Achten Sie darauf, dass nicht zuviel Farbe aufgetragen wird. Zuviel Farbe schmiert feine Schnittstellen zu.

Tragen Sie die Farbe lieber zwei- bis drei Mal auf, Dann legen Sie das Papier auf den Linolschnitt oder pressen den Linolschnitt auf das Papier und rollen fest mit einer sauberen Walze darüber oder drucken mit der flachen Hand darauf. Danach zieht man das Papier ab oder hebt den Stempel hoch. Wenn auf Ihrem Papier Farbe verwischt ist, wurde während des Walzvorgangs das Papier oder das Linolstück bewegt. Waschen Sie den Linolschnitt nach Gebrauch jedes Mal mit Benzin ab und trocknen Sie ihn gut. Dann können Sie ihn von neuem mit Farbe einstreichen. Das von uns gewählte Schildkrötenbild eignet sich gut für eine Glückwunschkarte, die verspätet eintrifft.