Holzschnitt

Sie brauchen:
Holzbrett
Kerbschnitzmesser
Schnitzmesser (Geißfuß, Hohleisen)
Schleifstein
Glasplatte
Gummiwalze
Temperafarben
Druckpapier (Japan- oder Büttenpapier)
sauberen Lappen
Bleistift
Papier
Schraubzwinge oder lange Nägel

Die erste und für lange Zeit einzige Reproduktionstechnik war der Holzschnitt. Um genaue und exakte Schnitte ausführen zu können, wurde früher Buchsbaumhirnholz verwendet, das zwar sehr hart war, aber sehr genaue Schnitte zuließ. Der Holzschnitt ist ein wenig mit dem Linolschnitt vergleichbar, jedoch ist größeres handwerkliches Geschick erforderlich, da Holz doch wesentlich schwieriger zu schneiden ist.

1. Geeignete Holzarten
Wie schon erwähnt, ist das harte Buchsbaumholz sehr geeignet, doch werden Sie dieses kaum im Handel erhalten. Geeignet sind außerdem Obstholzarten wie Kirsche, Birne und Apfel. Aber auch auf Erlenholz lässt sich gut arbeiten. Am besten gehen Sie zu einem Schreiner und lassen sich ein geeignetes Holzbrett auf die ungefähre Größe Ihres Entwurfes zuschneiden.

2. Das Werkzeug
Sie können in Spezialgeschäften, aber auch in Bastelgeschäften, eine Holzschnitzgarnitur erstehen, die ein Kerbschnittmesser, Geißfüße und Hohleisen in verschiedenen Breiten enthält. Sie können aber auch Einzelteile zum Holzschnitzen kaufen. Wichtig sind das Kerbschnittmesser, der Geißfuß und ein Hohleisen mit mittlerer Wölbung. Sehr wichtig ist die Qualität des Werkzeuges; verlangen Sie darum guten Stahl. Um die Messer immer in gutem Zustand zu erhalten, brauchen Sie unbedingt einen Schleifstein zum Nachschärfen. Ihr Holzschnitt gelingt nämlich nur, wenn Sie mit sehr scharfem Werkzeug arbeiten. Stumpfe Messer reissen das Holz nur ab und lassen es ausbrechen. Damit der Druckstock beim Schneiden nicht rutscht, halten Sie ihn auf Ihrem Arbeitstisch mit einer Schraubzwinge fest. Um einen Abdruck der Zwinge zu vermeiden, legen Sie ein Stück Pappe dazwischen. Eine andere Möglichkeit ist das Festnageln des Druckstockes am Arbeitstisch. Schlagen Sie Nägel an den Kanten des Brettes ein, damit es sich nicht mehr hin- und herbewegen kann.

Zum Drucken brauchen Sie dann später eine Glasplatte, auf der Sie mit einer Gummiwalze die Farbe ausrollen und mit der gleichmäßig eingefärbten Walze die Farbe auf den Druckstock bringen.

3. Das Schneiden
Fertigen Sie zuerst einen sauberen Entwurf an. Unser Druck ist in Originalgröße wiedergegeben, so dass Sie ihn leicht abpausen können. Übertragen Sie den Entwurf mit Pauspapier auf das Holz. Dabei müssen Sie berücksichtigen, dass Ihr Druck später seitenverkehrt erscheint. Das bedeutet: Apfel und Birne müssen auf dem Druckstock rechts angebracht werden, die Flasche aber links.

Zuerst beginnen Sie mit dem Kerbschnittmesser Rand und die Konturen der einzelnen Formen herauszuschneiden. Machen Sie dabei keine zu langen Schnitte. Setzen Sie besser öfter an und ziehen Sie dann den Schnitt nochmals nach. Stützen Sie beim Schneiden den Daumen auf der Holzoberfläche ab und schneiden Sie zu sich hin. Machen Sie keine zu tiefen Schnitte. Nach dem ersten Schnitt fuhren Sie den zweiten aus, der dachförmig zum ersten geführt wird. Hierbei fällt der Span von selbst heraus.

Bei unserem Druck schneiden Sie also zuerst den Innenrand nach, dann die Außenkonturen von Apfel, Birne, Weintraubenblatt, die einzelnen Beeren und die Flasche. Ebenfalls mit zwei Kerbschnitten arbeiten Sie die Bogen in der Birne und den Apfel heraus, sowie die Blattadern und das Schild der Flasche.

Sie haben auf diese Weise nun alle Außenränder geschnitten. Wenn Sie nun mit Geißfuß und Hohleisen den Hintergrund herausarbeiten, können Sie diese Außenränder kaum mehr verletzen. Setzen Sie die beiden Werkzeuge von Anfang an nicht zu tief an, sondern fuhren Sie sie leicht und gleichmäßig in der Faserrichtung des Holzes. Denken Sie daran, dass alle erhabenen Stellen Farbe annehmen und später im Druck erscheinen (siehe Foto).

4. Das Drucken
Die Farbe wird, wie schon erwähnt, mit einer Walze aufgetragen. Vermeiden Sie es, die Farbe zu dick aufzutragen, da sie sich sonst in den Vertiefungen festsetzt und der Druck an den Rändern schmiert. Sollte das passieren, müssen Sie das Holz feucht abwischen.

Fertigen Sie zuerst mit billigem Papier einige Probedrucke an. Legen Sie das Druckpapier auf den Druckstock und reiben Sie mit einem weichen, sauberen Lappen das Papier an.

Zum Drucken eignet sich sehr gut Japanpapier (siehe Foto) oder z.B. Büttenpapier. Auf alle Fälle muss das verwendete Papier stark saugfähig sein und trotzdem eine große Festigkeit besitzen.

Temperadruckfarben lassen sich mit Wasser abwaschen, so dass Ihr Arbeitsgerät nach dem Druck leicht gereinigt werden kann.