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Flaschengärten

Sie brauchen:
Ballonflasche oder einfache Flasche, deren Flaschenhals einen solchen Durchmesser hat, dass man die Flasche bepflanzen kann.
Kies oder erbsengroße andere Steine oder Sand
Holzkohle
Blumenerde
Holzstückchen und Moos (nach Wunsch)
Pflanzen, die in die Flasche passen
Haken
Pinsel mit weichen Naturborsten
Holzpinzette
Spezialgeräte zum Greifen (erhältlich in großen Blumengeschäften; man kann sie aber auch selber basteln)
Trichter
Gummispritze zum Bewässern

Flaschengärten faszinieren genauso wie Flaschenschiffe: man wundert sich, wie die Pflanzen ins Flascheninnere gekommen sind und wie es möglich ist, dass sie dort leben und üppig gedeihen.

Flaschengärten wurden 1829 durch Zufall erfunden, als der Naturwissenschaftler Dr. Ward eine Schmetterlingspuppe zusammen mit Erde in ein allerdings nicht luftdicht abgeschlossenes Glas legte. Als Grassamen in diesem Glas zu keimen begannen, baute Dr. Ward diese Entdeckung aus. In geschlossenem Glas oder in einer Flasche mit kleiner Öffnung können Pflanzen einen Mikrokosmos schaffen und über Jahre ohne besonderes Gießen gedeihen. Wenn die Flaschen verschlossen sind, braucht man die Pflanzen überhaupt nie zu gießen, denn das Kondenswasser sammelt sich an den Glasseiten und tropft von dort wieder in die Erde zurück. Leider wird dadurch das Glas beschlagen und sieht nicht mehr so hübsch aus, Wir empfehlen deshalb, das Glas geöffnet aufzustellen und die Pflanzen in längeren Abständen zu wässern.

In Gärtnereien können Sie sogenannte Ballonflaschen kaufen und bepflanzen. Spülen Sie die Flasche sehr gründlich aus, damit keine Rückstände die Erde verderben und den Pflanzen schaden.

1. Auswahl der Pflanzen
Wählen Sie eine Mischung von blühenden und nichtblühenden Pflanzen, achten Sie auf unterschiedliches Blattgrün und auf die Staffelung der Blütezeit. Auf diese Weise haben Sie das ganze Jahr hindurch etwas Blühendes in Ihrer Flasche.

Kaufen Sie Pflanzen in kleinen Töpfen, es ist dann leichter, die Wurzel durch den Flaschenhals zu bringen. ohne sie dabei zu beschädigen. Wählen Sie Pflanzen, die nicht zu stark wuchern. Wir nennen Ihnen einige Pflanzen, die sich besonders gut eignen, mit ihren botanischen Namen: Acorusgramineus variegatus (Grasart); Adiantum cuneatum (Frauenhaarfarn); Codiaeum pictum; Dracaenagodseffiana oder Florida Beauty; Hederas (Efeuarten). Sie können aber auch Nestfarne, Gloxinien. Moose, ja sogar Orchideen einpflanzen, wenn sie nur nicht zu schnell wachsen, sonst verbringen Sie Ihre Zeit damit, die Pflänzchen zu kürzen und in die Flasche zurückzudrücken.

2. Vorbereitung der Flasche
Mit Hilfe eines Trichters Sand oder Kies ca. 5 cm hoch in die Flasche geben. Der Trichter wird mit einem gerollten Papier verlängert. Dies ist besonders nützlich, wenn Sie staubiges Material wie Blumenerde, Holzkohlestückchen und Sand einfüllen. Holzkohle ist wichtig. weil sie verhindert, dass sich am Glas eine grüne Algenschicht bildet, die unschön aussieht. Nach Kies oder Sand, geben Sie Erde (gute Qualität) und Holzkohlestückchen in die Flasche (siehe Abb. 2). Die Erde sollte in einem größeren Gefäß nicht weniger als 10 cm tief sein.

3. So wird die Flasche bepflanzt
Jetzt können Sie mit der Bepflanzung beginnen. Wenn Sie kein spezielles Besteck für Flaschengärten kaufen wollen, können Sie Ihr eigenes improvisieren. Kaufen Sie ein einfaches Geräte-Set für Zimmerpflanzen und binden Sie diese Geräte an Bambusstäbchen oder Stöckchen an. Noch einfacher geht es, wenn Sie einen Löffel und eine Gabel an Holzstöckchen binden. Mit einer Rasierklinge, die an ein Stöckchen gebunden wird, können Sie alte abgestorbene Teilchen an den Pflanzen abschneiden.

Bevor die Pflänzchen in die Flasche kommen, mit lauwarmem Wasser fast die gesamte Erde von den Wurzeln abspülen. Keine Stängel oder Blätter und Wurzeln verletzen! Eine größere Pflanze wird vorsichtig in Papier gerollt, damit sie beim Einschieben in den Flaschenhals nicht verletzt wird. Die Papierhülle wird mit der langen Holzpinzette festgehalten. Gruppieren Sie schon vorher die Pflanzen so, wie Sie nachher in der Flasche sitzen sollen. In unserer Flasche befinden sich 5 Pflänzchen. Wir wählten: Cholorophytum, Capense variegatum, Ficus chrijvereana (eine Gummibaumsorte), Codiaeum und zwei kleinere Farnarten.

Drücken Sie in der Erde eine kleine Mulde für die Wurzeln jeder einzelnen Pflanze mit einer Gabel vorsichtig zurecht und geben Sie etwas Erde über die Wurzeln, so dass sie bedeckt sind. Die Erde kann dann mit einem Korken, der an ein Holzstäbchen gebunden wurde, festgedrückt werden (siehe Abb. 3). Wiederholen Sie diesen Vorgang mit den anderen Pflanzen. Halten Sie die Pflänzchen jeweils mit einem Werkzeug fest und drücken Sie mit dem anderen die Erde fest auf die Wurzeln.

Mit einem feuchten Tuch können Sie Erde, die an der Flaschenwand hängen geblieben ist, abwischen. Binden Sie dazu das Tuch um ein Holzstäbchen.

Stellen Sie Ihren Flaschengarten an einen hellen Platz, der nicht zu sonnig ist. Bewässern Sie ihn mit einer Gummispritze.

Mit diesem Gerät können Sie auch Sand oder Erde wegblasen.

Sie können die Erde um die Pflanzen herum mit Moosen abdecken. Die Pflanzen müssen erst wieder bewässert werden, wenn das Grün der Blätter nicht mehr leuchtet. Gelbe und abgestorbene Blätter werden mit der Pinzette herausgeholt.