Einführung ins Blumenbasteln

1. Papierblumen
Papierblumen sind schnell und mit geringen Kosten herzustellen. Auch Kinder haben ihre Freude an dieser Bastelei und lernen die erforderlichen Handgriffe in wenigen Minuten. Als Grundmaterial eignet sich Krepp- oder Seidenpapier am besten. Jede Papierart hat besondere Vorteile, und Sie können unter einer großen Farbpalette wählen. Für Blumen mit großen Blütenblättern verwendet man meistens Krepppapier. Es lässt sich gut zwischen Daumen und Zeigefinger ausziehen, und die dabei entstehende feine Kräuselung gibt den Blütenblättern ein lebendiges Aussehen. Wenn Sie Krepppapier in die Länge ziehen wollen, achten Sie darauf, dass Sie beim Schneiden nicht in Faserrichtung, sondern quer zu den Papierfasern schneiden, Seidenpapier wird eher für kleine zarte Blumen verwendet. Je nachdem, wie viele Seidenpapierschichten Sie übereinander legen, erhalten Sie eine mehr oder weniger transparente Blume oder Blüte.

2. Blumenstiele
Für Blumenstiele verwendet man meistens Blumendraht. Sollte dieser einmal nicht zur Hand sein, kann man auch stärkeren Draht benutzen. Bei kurzstieligen Blumen können sogar Pfeifenreiniger und Plastiktrinkhalme verwendet werden.

3. Blätter
Blätter aus Krepp- oder Seidenpapier sehen hübsch aus. Ebenso eignet sich grünes Geschenkpapier, das leicht glänzt. Dieses Papier ist nicht so dünn und hat eine weiße Rückseite. Es ist daher notwendig, für ein Blatt zwei Formen auszuschneiden, die mit der weißen Seite aufeinander geklebt werden. Am besten falten Sie das grüne Papier (weiß auf weiß), schneiden dann die Blattform aus und kleben beide Teile zusammen. Wenn Sie das ausgeschnittene, zusammengeklebte Blatt um einen Bleistift wickeln, erhalten Sie die bei Blättern übliche feine Wölbung. Auch die Blattadern kann man einzeichnen. Legen Sie das Blatt auf eine weiche Unterlage und zeichnen Sie mit einer Stricknadel oder einem Zahnstocher die feinen Adern ein.

4. Blumen aus Metallpapier
Aus Alu-Küchenfolie oder farbigem Metallpapier kann man ebenfalls wunderschöne Blumen basteln. Wenn Sie mit Alufolie arbeiten, benötigen Sie zur Verstärkung jedoch immer einen Drahtrahmen. Am besten eignet sich wieder Blumendraht, doch auch mittelstarker Draht sowie Pfeifenreiniger können verwendet werden. Farbiges Metallpapier ist wesentlich fester, so dass ein Drahtrahmen als Stütze kaum nötig ist. Metallpapier ist erhältlich in verschiedenen Farbkombinationen z.B. blau/gold, rot/gold usw. Es kann auch eine weiße einfache Papierrückseite haben, denken Sie dann daran, dass Sie die Blattform doppelt ausschneiden müssen.

5. Stoffblumen
Für Stoffblumen kann man folgende Stoffe empfehlen: Batist, Tüll, Organza, Musselin und ähnliche Stoffe, die leicht und duftig wirken. Außerdem benötigen Sie Wäschestärke zum Versteifen der Stoffe. Sollen die Blüten einen Mittelpunkt haben, braucht man Staubfäden, die in Bastelläden in verschiedenen Ausführungen erhältlich sind. Sie können aber auch selbst erfinderisch sein und aus den verschiedensten Materialien Staubgefäße formen. Es eignen sich Perlen, Wolle, Stickgarn, Schnur oder ausgefranste Stoffreste. Bündeln Sie die Staubfäden mit feinem Draht zusammen und umwickeln Sie ihn mit Klebe- oder Stoffstreifen.


6. Stärken der Stoffe
Bevor die Blumen zugeschnitten werden, stärkt man den entsprechenden Stoff. Setzen Sie ein Stärkebad nach Angaben der Herstellers an und stärken Sie den Stoff darin. Danach muss der Stoff sorgfältig gebügelt werden. Das Stärken hat zwei Vorteile: Die Blüte franst nicht aus und behält länger ihre Form.

7. Das Ausschneiden der Blütenblätter
Schneiden Sie Schablonen für Blätter, Blütenblätter und Kelchblätter aus Papier. Stecken Sie den gewählten Stoff auf einer Unterlage fest und ziehen Sie mit einem Bleistift oder mit Schneiderkreide die Schablonen nach. Die Stofffaser sollte in der Längsrichtung der Blätter verlaufen. Zeichnen Sie die nötige Anzahl der Blätter auf und schneiden Sie dann mit einer kleinen Schere aus. Sie werden feststellen, dass sich einige Stoffe während des Schneidens von selbst wellen (z.B. Organza) und dadurch die Blüte sehr lebendig erscheinen lassen. Batist wellt sich nicht so leicht, aber Sie können nachhelfen, indem Sie den Stoff um einen Bleistift wickeln.

8. Herstellen der Blumen
Formen Sie die Staubfäden für Ihre Blüten nach Angaben der Muster oder nehmen Sie fertige aus dem Bastelladen. Legen Sie die Staubfäden um das obere Ende eines Drahtstücks (Stiel) und befestigen Sie sie mit dünnem Draht oder starkem Faden. Geben Sie an das untere Ende der Blütenblätter etwas Klebstoff und kleben Sie die Blätter um den Stiel. Achten Sie darauf, dass sich die Blütenblätter in die vorgesehene Richtung wölben. Stimmt die Anordnung der Blütenblätter, werden sie mit feinem Draht umwickelt. Um den Draht zu verdecken, kleben Sie einige Kelchblätter fest oder umwickeln den Stiel mit Blumenband, Krepppapier oder Stoffstreifen.

Wenn Sie Blätter aus Stoff fertigen wollen, kleben Sie etwas dünnen Draht auf die Rückseite jeder Blattform und lassen etwas von dem Draht am unteren Ende überstehen, damit das Blatt um den Stiel befestigt werden kann. Der Draht gibt dem Blatt mehr Halt, und es kann in jede gewünschte Richtung gebogen werden.

Das Reizvolle an Stoffblumen ist, dass man sie sehr schlicht, aber auch sehr aufwändig gestalten kann und dabei mit einem Stoffrest (von einer Bluse oder einem Kleid) auskommt.

9. Andere künstliche Blumen
Auch aus anderen Materialien kann man hübsche Blumen herstellen, z.B. aus Muscheln, Federn, getrockneten Blättern, Beeren und Samenständen von Blumen oder Gräsern. Man kann bunte Federn im Bastelladen kaufen, aber auch Federn von einem alten Hut oder gefundene oder gefärbte Vogelfedern verwenden. Die Federn werden um einen Draht gruppiert und festgebunden. Wenn die Blume besonders üppig aussehen soll, befestigt man zuerst jede Feder an einem eigenen Draht und bindet alle dann passend zusammen. Mit dieser Technik erhält man z.B. besonders hübschen Tischschmuck.

Früher wurden Blumenbilder gern aus Muscheln angefertigt. Dazu wird ein Holzbrett mit Leinen oder einem anderen Stoff beklebt, und darauf werden die Muscheln in Blumen- und Blütenmotiven angeordnet.

Wenn Ihnen die Zusammenstellung gefällt, kleben Sie eine Muschel nach der anderen auf der Unterlage fest. Nehmen Sie dazu die Muscheln mit der Pinzette auf, geben Sie etwas Klebstoff auf die Unterseite und drücken Sie sie an das Brett. Vielleicht steht Ihnen ein alter Bilderrahmen für Ihr Muschelbild zur Verfügung. Aus Tannenzapfen, getrockneten Blättern etc. können Sie „Naturblumen" herstellen. Sie benötigen dazu dickeren Draht für den Stiel, Blumendraht, Krepppapier, etwas Klebstoff sowie ein wenig Phantasie.